Predigten

"Furcht und Freude verbinden sich" - Predigt von Domkapitular Radermacher

Domkapitular Hans-Josef Radermacher sprach in seiner Predigt im Kölner Dom am Dienstag der Osteroktav über die Reaktion der Frauen auf die Botschaft der Auferweckung Jesu. "Furcht und Freude" seien dabei verbunden, denn die Auferstehung sei etwas Unfassbares, das erschrecke. Und dennoch beinhalte dieser Bruch mit dem Bekannten auch ganz neue Lebensmöglichkeiten. "Ostern heißt Einbruch der göttlichen Wirklichkeit in unsere Welt", betonte Radermacher.

Jesus sei den Frauen plötzlich und unerwartet entgegen gekommen. Aus diesem Augenblick der Begegnung sei eine Beauftragung gewachsen, nämlich den Jüngern von der Auferstehung zu berichten. Das heutige Evangelium sei somit eine "doppelte Weggeschichte". Neben den Frauen würden auch die Wächter nach Jerusalem eilen, die das leere Grab gesehen hätten. Doch sie seien dadurch nicht zum Glauben gekommen. 

"Vom leeren Grab aus gibt es also zwei Wege", schlussfolgerte Radermacher. "Der eine, der des Glaubens, den die Frauen nehmen, indem sie auf das hören, was Gott ihnen sagen lässt". Der andere Weg sei einer, der nicht zum Glauben, sondern sogar in die Lüge führe und das leere Grab zum Zeichen eines Diebstahls und Betrugs mache. 

Deswegen sei nicht das leere Grab an sich der Grund für den Osterglauben, "sondern die Begegnung mit dem Auferstandenen Herrn auf dem Weg, also mitten im Leben und mitten im Alltag", so der Domkapitular. Somit rufe dieser österliche Text auch heute noch Menschen in die Gemeinschaft mit ihm.