Jesus heilt im heutigen Abschnitt des Markusevangeliums einen Mann am Sabbat. Domkapitular Christoph Ohly deutet in seiner Predigt am Mittwoch der zweiten Wochen im Jahreskreis das Evangelium von der Sabbatheilung als Zuspitzung zwischen Gesetzestreue und gelebter Nächstenliebe.
Er schildert, wie Jesus in der Synagoge die Spannung aufbricht, indem er fragt: "Was ist am Sabbat erlaubt? Gutes zu tun oder Schlechtes?“ Die Reaktion der Pharisäer in der Synagoge zeige, dass Jesu Gegenüber aus Kaltherzigkeit schweigen und so die Not des Menschen ausblenden. Ohly betont, Jesus reagiere ungewöhnlich mit Zorn und Trauer über diese Hartherzigkeit und handle dennoch: Er heilt. Das Gute provoziere damals wie heute Widerstand.
In seiner Predigt schlägt Ohly den Bogen zu den Christen heute: Auch sie seien gefragt, ob sie aus Gewohnheit und Angst schweigen, wo Handeln nötig wäre. Beispiele wie David gegen Goliath aus der heutigen Lesung und die heilige Agnes, deren Gedenktag heute ist, zeigten, dass Vertrauen, Mut und Liebe stärker seien als Anpassung. Jesu Handeln bezeuge, dass Leben, Liebe und Wahrheit das letzte Wort haben.