Predigten

"Bei Jesus geht es um Nachfolge, nicht Sensation" – Predigt von Domkapitular Christoph Ohly

Domkapitular Christoph Ohly sieht in der Erzählung des Evangeliums nach Markus an diesem Donnerstag vordergründig eine Art Erfolgsgeschichte: Viele Menschen aus jüdischen und heidnischen Regionen kommen mit Leid, Krankheiten und Hoffnung zu Jesus. Ohly betont, dass Jesus diese Dynamik bewusst bremst. Er ziehe sich ins Boot zurück, nicht aus Ablehnung, sondern um zu zeigen, dass er kein äußerlicher Wundermacher oder "Superstar" sei. Jesus wolle nicht Sensation, sondern Nachfolge. 

Selbst die von unreinen Geistern Besessenen erkennen ihn als Sohn Gottes, doch er gebietet ihnen zu schweigen. Daraus folgert Ohly, die Wahrheit über Christus erschließe sich "nicht um die Äußerlichkeit der Sensation", sondern in der inneren Beziehung. 

Wahre Erkenntnis bedeute Freundschaft mit Christus, Gebet und Bereitschaft, ihm bis unter das Kreuz zu folgen. Mit Edith Stein zitiert Domkapitular Christoph Ohly: "Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott, ob es ihm bewusst ist oder nicht." Gott lasse sich finden, aber nicht manipulieren. Abschließend fragt er, ob die eigene Beziehung zu Jesus nur vom Bitten geprägt ist oder von echter Bereitschaft, ihm durch Leben, Kreuz und Auferstehung zu folgen. 

Abschließend formuliert Ohly eine Frage, die sich jeder gläubige Mensch stellen solle, ob nämlich der persönliche Glaube nur auf Hilfe ziele oder echte Nachfolge sei. Entscheidend sei die persönliche Beziehung zu Christus.

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