Nach dem Tod von Queen-Ehemann Prinz Philip
Nach dem Tod von Queen-Ehemann Prinz Philip
Trauer um Prinz Philip
Trauer um Prinz Philip

17.04.2021

Queen Elizabeth II. fühlt sich von ihrem Glauben getragen Der Anker in ihrem Leben

Prinz Philip war seit November 1947 an ihrer Seite, in guten und schlechten Zeiten. Wie kommt die Queen mit dem Verlust zurecht? Ihr Glaube und begleitende Rituale der Church of England helfen in dieser schweren Zeit.

Die Queen fühle eine große Leere, seit Prinz Philip am vergangenen Freitag gestorben ist, sagte ihr Sohn Prinz Andrew gegenüber Journalisten. Prinz Philip war zu Lebzeiten ihre Stütze, die jetzt weggebrochen ist, doch ihr bleibt ein tiefer Glaube, den sie als Anker in ihrem Leben bezeichnet hat.

"Ich weiß, wie sehr ich mich auf meinen Glauben verlasse, damit er mich durch die guten und schlechten Zeiten trägt", sagte sie 2002 in ihrer Weihnachtsansprache. "Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Ich weiß, dass die einzige Möglichkeit, mein Leben zu führen, darin besteht, dass zu tun, was richtig ist, eine langfristige Perspektive einzunehmen, mein Bestes in allem zu geben, was der Tag an Herausforderungen bringt und mein Vertrauen in Gott zu legen." Und: "Ich ziehe meine Kraft aus der Botschaft der Hoffnung im Evangelium."

Glaube ist der Anker in ihrem Leben

Elizabeth II. ist eine fromme, bibelfeste, regelmäßige Kirchgängerin, die sich von ihrem Glauben im Leben getragen fühlt. "Der Anker in meinem Leben", sagte sie in ihrer Weihnachtsansprache 2016. Ein Anker, der ihr auch jetzt nach dem Tod ihres Ehemanns Halt geben sollte.

In der Netflix-Serie "The Crown" wurde ihr Glauben mehrfach thematisiert. Die Queen kniete darin abends mit gefalteten Händen vor ihrem Bett und betete - etwas, das ihr ihre Mutter beigebracht hat.
Elizabeth II. "stammt aus einer Generation, für die es völlig normal ist, vor dem Bett knieend zu beten", sagte George Carey, der frühere Erzbischof von Canterbury gegenüber Sally Bedell Smith, einer Biografin der Queen.

Glaube gehört selbstverständlich dazu

Sie wuchs in einer Familie auf, in der der Glaube selbstverständlich gelebt wurde. Ihr Vater, George VI., versetzte seine öffentlichen Ansprachen mit Rückbezügen auf seinen Glauben, ihre Mutter, Queen
Elizabeth The Queen Mother, las den Töchtern in ihrer Kindheit aus der Bibel vor. Selbst ihre Schwester Margaret, die spätestens seit "The Crown" nur noch als trinkfeste Kettenraucherin bekannt ist, war bibelfest und gläubig.

Erst seit 2000 spricht sie offen über ihren Glauben

Elizabeth II. ist seit 1952 Königin, doch offen über ihren Glauben spricht sie erst seit ihrer bahnbrechenden Weihnachtsansprache im Jahr 2000. "Für viele von uns ist unser Glaube von größter Wichtigkeit. Die Lehre Christi und das Wissen um meine persönliche Rechenschaftspflicht vor Gott stellen für mich den Rahmen dar, in dem ich versuche, mein Leben zu führen. Wie so viele von Ihnen habe ich auch großen Trost in Jesus Christi Worten und Vorbild gefunden." Dafür, dass sie sich so offen über ihren Glauben äußerte, erhielt sie 25 Mal mehr Rückmeldungen als sonst - vor allem positive. Seitdem thematisiert sie Religion immer wieder, während gleichzeitig Großbritannien immer säkularer wird.

Weltliches Oberhaupt der "Church of England"

Die Königin ist nicht nur fromm, sie ist auch das weltliche Oberhaupt der Church of England, einer Institution, die sie als "gelegentlich falsch verstanden" und für, wie sie sagt, "regelmäßig unterschätzt" hält. "Ihre Aufgabe ist nicht den Anglikanismus zu verteidigen, um andere Religionen auszuschließen. Stattdessen hat die Kirche die Aufgabe, die freie Religionsausübung aller Glaubensgemeinschaften in diesem Land zu schützen." Diese Ansprache auf einem Empfang zu ihrem 60-jährigen Thronjubiläum, den der damalige Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, für acht Religionen im Königreich organisiert hatte, wurde als wegweisend für religiöse Toleranz und Vielfalt im Königreich wahrgenommen. Im Vatikan gilt Elizabeth II.
als die letzte christliche Monarchin.

Jetzt in diesen Tagen ist sie zuerst einmal eine trauernde Witwe, die nach fast 74 gemeinsamen Jahren ihren Ehepartner verloren hat und ihn gemeinsam mit ihren Kindern und Enkelkindern zu Grabe trägt.

Christiane Laudage
(KNA)

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