Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (m.), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, auf dem Weg zur Grabeskirche in Jerusalem am 4. Dezember 2020
Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (m.), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, auf dem Weg zur Grabeskirche in Jerusalem am 4. Dezember 2020
Pierbattista Pizzaballa
Pierbattista Pizzaballa

04.12.2020

Neuer Patriarch zieht in die Grabeskirche ein Ein Oberhaupt für die Katholiken im Heiligen Land

Das Warten der Katholiken im Heiligen Land hat ein Ende. Mit dem Einzug in die Grabeskirche hat der neue Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, offiziell sein Amt angetreten.

it dem feierlichen Einzug in die Grabeskirche ist Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (55) am Freitagnachmittag in sein Amt als Lateinischer Patriarch von Jerusalem eingeführt worden.
"Gerade als ich dachte, es sei Zeit zu gehen, um eine neue Reise zu beginnen, brachte mich der Herr durch Papst Franziskus hierher zurück, um mich daran zu erinnern, dass ich hier Ostern feiern muss - mit Ihnen", so der Franziskaner.

Begleitet von Pfadfindern und Vertretern der verschiedenen Kirchen Jerusalems zog der Italiener am frühen Nachmittag vom Patriarchat zur fast leeren Grabeskirche, wo ihn der oberste Hüter der katholischen Heiligen Stätten im Heiligen Land, Franziskanerkustos Francesco Patton, begrüßte. Der Einzug fand wegen der Corona-Epidemie mit starken Einschränkungen statt. Die Gläubigen waren aufgefordert, dem Geschehen via Übertragungen zu folgen.

Für Verständnigung der Menschen im Heiligen Land

Pizzaballa wisse sehr gut, so Patton, wie sehr das Heilige Land auch heute brauche, "dass die Mauer der Feindschaft abgerissen werden: der Feindschaft zwischen den Völkern, die dieses Land bewohnen; die oft noch Männer und Frauen verschiedener Religionen trennt; die manchmal immer noch die Getauften voneinander fernhält; die sich manchmal in misstrauischen Einstellungen und Rivalität innerhalb unserer eigenen kirchlichen Gemeinschaft manifestiert".

Begleitet von dem Hymnus Te Deum zog Pizzaballa anschließend vor die Grab-Ädikula, wo der Papstbotschafter im Heiligen Land, Erzbischof Leopoldo Girelli, nach einer Lesung aus dem Evangelium die päpstliche Ernennungsbulle verlas. Pizzaballa habe nach dem Rücktritt von Alt-Patriarch Fouad Twal vor mehr als vier Jahren als Übergangsleiter "fleißig die Pflichten dieser Gemeinschaft übernommen", schreibt Papst Franziskus darin. Nachdem Pizzaballa die erforderlichen Fähigkeiten unter Beweis gestellt und Erfahrung gesammelt habe, sei er zu der Überzeugung gelangt, dass dieser "diese wichtige Rolle als Patriarch in dieser geliebten Gemeinschaft übernehmen" könne.

Pizzaballa nimmt unter Applaus auf Kathedra Platz

Nach einer Ansprache auf Arabisch und Italienisch überreichte der Generalvikar und Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo den Bischofsstab. Anschließend nahm Pizzaballa als Zeichen seiner Ergreifung des Bistums unter Applaus auf der Kathedra Platz. "Es ist eine Tradition hier in unserem Land, dass wir zu Beginn einer neuen kirchlichen Reise an diesem heiligen Ort zusammenkommen, um an Ostern zu erinnern, ganz gleich in welcher Zeit des liturgischen Jahres", so der neue Patriarch. Jenseits der Ostererfahrung gebe es keinen Anfang, keine kirchliche Initiative, kein Projekt.

Der Italiener erinnerte an seine Ankunft im Heiligen Land vor 30 Jahren. Viele Jahre des Studiums und Dienstes unter anderem als Franziskanerkustos und Übergangsleiter des Patriarchats hätten ihm ein besseres Verständnis für das Heilige Land gebracht. Den Dienst als Administrator beschrieb Pizzaballa als "intensive und schwierige Jahre, aber auch reich an wundervollen Erfahrungen".

Vorfreude auf ökumenische und interreligiöse Begegnungen

Das neue Amt erfülle ihn mit "Gefühlen der Angst angesichts einer Mission, die meine Kompetenzen übersteigt". Es gebe "viele Erwartungen an unsere Kirchengemeinschaft, die speziell die Berufung und Mission unserer Kirche berühren", skizzierte er die bevorstehenden Herausforderungen. Konkret nannte er die Notwendigkeit für einen neuen pastoralen Impuls, der die verschiedenen Gebiete und Kulturen berücksichtigt, die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die durch die Pandemie zusätzlich verschärft werden sowie eine oft kurzsichtige und fragile Politik. Gleichzeitig freue er sich "auf eine Begegnung mit anderen Schwesterkirchen, mit den muslimischen und jüdischen Brüdern".

Nach dem Segen zog Pizzaballa zur Co-Kathedrale des Patriarchats, wo eine kurze Begrüßungsfeier für den Klerus sowie Vertreter der Ordensgemeinschaften geplant war. Sein erstes Pontifikalamt in der Grabeskirche feiert Pizzaballa am Samstagmorgen. Ab Sonntag empfängt er Glückwünsche von Delegationen und Einzelpersonen - wegen Covid-19 nach vorheriger Anmeldung und unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen.

Andrea Krogmann
(KNA)

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