Rodrigo Duterte
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24.11.2020

Philippinen: Obergrenze bei Ausreise von Pflegekräften Bischof kritisiert Präsident Duterte

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat Obergrenzen für ausreisende Pflegekräfte eingeführt. Bischof Ruperto Santos kritisierte diesen Schritt. Viele Familien sind auf das Geld aus dem Ausland angewiesen.

Die Aufhebung des Ausreiseverbotes für Pflegekräfte sei zwar begrüßenswert; aber "warum wird eine Obergrenze gesetzt?", so Bischof Santos, Beauftragter für Migrantenseelsorge, laut dem Portal der Philippinischen Bischofskonferenz.

Duterte hatte Ende vergangener Woche den im April wegen der Corona-Krise verhängten Stopp der Vermittlung von Pflegekräften ins Ausland aufgehoben. Zu Sicherstellung ausreichender Pflegekapazitäten in den durch Corona überlasteten Krankenhäusern wurde aber eine Obergrenze von 5.000 Pflegekräften pro Jahr für die Arbeit im Ausland festgesetzt. Das sind weniger als die Hälfte der 13.000 Pflegerinnen und Pfleger, die laut Bischof Santos bisher jährlich zum Arbeiten ins Ausland gegangenen waren.

Arbeitsbedingungen in der Pflege sollten verbessert werden

Die Festsetzung einer Obergrenze sei nicht die Lösung des Problems der Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Pflegekräften, sagte Santos. "Um sie zum Bleiben zu bewegen, sollten die Arbeitsbedingungen sowie die Sicherheit am Arbeitsplatz, die Bezahlung und die soziale Absicherung verbessert werden." Zudem sollten Pflegekräfte am Ende ihrer Ausbildung gesetzlich verpflichtet werden, mindestens ein Jahr auf den Philippinen zu arbeiten.

Die Bischofskonferenz hatte in den vergangenen Monaten mehrfach das Ausreiseverbot für medizinische Fachkräfte kritisiert. Die "Overseas Filippino Workers" (OFW) genannten Arbeiter im Ausland seien die Ernährer ihrer Familien. Zudem würden die von dem Ausreiseverbot betroffenen Fachkräfte nur die Zahl der Arbeitslosen im Land vergrößern.

30 Milliarden an Überweisungen aus dem Ausland

Der Export von Arbeitskräften ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Philippinen. Laut der philippinischen Zentralbank überweisen die OFW jährlich umgerechnet rund 30 Milliarden Euro an ihre Familien zuhause und tragen damit zehn Prozent zum Bruttosozialprodukt bei.

Nach Angaben von Migrante International arbeiten derzeit mehr als 15 Millionen Philippiner in 239 Ländern. Die Mehrheit sind Frauen, die vor allem als Haushaltshilfen und in Pflegeberufen arbeiten.

(KNA)

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