Altstadt von Jerusalem mit Tempelberg
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Pierbattista Pizzaballa
Pierbattista Pizzaballa

30.08.2017

Weitere Personalwechsel in der Kirche des Heiligen Landes Neubesetzung von Leitungspositionen

Das Personalkarussell in der katholischen Kirche im Heiligen Land dreht sich munter weiter. Das Dienstende zweier weiterer Führungspersönlichkeiten erfordert neue Entscheidungen. Und das "Erbe" wiegt dabei recht schwer.

Ein Jahr nach der Berufung des Italieners Pierbattista Pizzaballa (52) an die Spitze des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem gehen die Personalwechsel in der katholischen Kirche des Heiligen Landes weiter. Am Sonntag beendete der Nuntius in Israel, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto (75), seine fünfjährige Amtszeit. Zwei Tage später wurde der Rücktritt des Patriarchalvikars für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel, David Neuhaus, bekanntgegeben.

Erzbischof Lazzarotto hatte im November 2012 die Nachfolge von Erzbischof Antonio Franco als Botschafter des Heiligen Stuhls in Israel und Zypern sowie als Päpstlicher Gesandter in Jerusalem und Palästina angetreten. Vorher war der langjährige Vatikandiplomat in den Nuntiaturen in Sambia, Belgien und Kuba sowie als Nuntius in Jordanien, Irak, Irland und Australien tätig.

Detailfragen zum Kirchenbesitz ungeklärt

In die Amtszeit Lazzarottos fällt der Abschluss eines Grundlagenvertrags zwischen Palästina und dem Heiligen Stuhl (Januar 2016), der das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und den staatlichen Behörden in den Palästinensergebieten regelt. Die wichtigste Baustelle aber, die der Italiener von seinem Vorgänger Franco übernahm, bleibt: In den Verhandlungen mit Israel sind nach wie vor wichtige Detailfragen etwa zum Kirchenbesitz und dessen Besteuerung ungeklärt - auch wenn die seit Jahren andauernden Verhandlungen nach monatelanger Pause inzwischen wieder aufgenommen wurden.

Einen nachhaltigen Eindruck in der katholischen Kirche im Heiligen Land hinterlässt der scheidende Verantwortliche für die hebräischsprachige Kommunität. Insbesondere mit seinem Fokus auf der pastoralen Arbeit mit Arbeitsmigranten, Flüchtlingen und Asylsuchenden ist David Neuhaus, Jesuit mit südafrikanisch-jüdischen Wurzeln, nach den Worten von Patriarchatsleiter Pizzaballa zu einer "wichtigen Referenz" geworden. Dieses Erbe, versicherte Pizzaballa, solle erhalten und weiter ausgebaut werden.

Serie von Personalwechseln

Das planmäßige Ausscheiden Lazzarottos und der überraschende Rücktritt von Neuhaus reihen sich ein in eine Serie von Personalwechseln in der katholischen Kirche des Heiligen Landes. Den Anfang machte im Mai 2016 der neue Obere der Franziskanerkustodie, Kustos Francesco Patton (53). Dessen Vorgänger, Alt-Kustos Pierbattista Pizzaballa, wurde kurze Zeit später - für manche überraschend - als Nachfolger von Alt-Patriarch Fouad Twal mit der Leitung des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem beauftragt. Als Apostolischer Administrator obliegt ihm diese Aufgabe nur ad interim, wie Pizzaballa seit seinem Amtsantritt im Juli 2016 betonte.

Bereits neu besetzt ist nach dem überraschenden Rücktritt von Erzbischof Maroun Lahham (69) zu Jahresbeginn die Leitung der lateinischen Katholiken in Jordanien. Hierzu berief Pizzaballa den früheren Weihbischof in Jerusalem, William Shomali (67). Zum neuen Generalvikar in Jerusalem ernannte Pizzaballa den Bischof von Nazareth, Giacinto-Boulos Marcuzzo (72), der seinerseits nach 23-jähriger Tätigkeit in Nazareth durch den jordanischen Priester Hanna Kildani (62) abgelöst wird.

Wichtige Neubesetzungen vorgenommen

Auch innerhalb der Kurie des Patriarchats hat Pizzaballa nach einem Jahr im Amt wichtige Neubesetzungen etwa bei den Ämtern des Kanzlers, Sekretärs und in der Finanzverwaltung vorgenommen. Er sei "mit keinem spezifischen, systematischen Programm" gekommen, betonte der Italiener bei seinem Amtsantritt. Die Vermutung, dass seine Wahl ad interim der Klärung offener Fragen und Probleme dienen und einem künftigen Patriarchen den Weg ebnen sollte, wird durch die Personalentscheidungen des Franziskaners anscheinend bestätigt.

Als nicht ausgeschlossen gilt inzwischen, dass Pizzaballa nach Abschluss der Reorganisation die wichtigste der offenen Stellen selbst übernehmen könnte: die des neuen Patriarchen.

Andrea Krogmann
(KNA)

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