Begegnungen auf dem Weltjugendtag in Panama
Eröffnungsmesse des 34. Weltjugendtags in Panama
DOMRADIO.DE vor Ort: Ina Rottscheidt und Kathi Geiger
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Eröffnungsmesse des 34. Weltjugendtags in Panama
Eröffnungsmesse des 34. Weltjugendtags in Panama
Eine junge Frau wirft zwei Rucksäcke mit dem Logo des WJT in die Luft
Eine junge Frau wirft zwei Rucksäcke mit dem Logo des WJT in die Luft
Eröffnungsmesse des 34. Weltjugendtags in Panama
Eröffnungsmesse des 34. Weltjugendtags in Panama

23.01.2019

Gottesdienst eröffnet 34. Weltjugendtag in Panama "Eine gute Party des Glaubens"

Am Dienstagabend haben 75.000 Weltjugendtags-Pilger den Eröffnungsgottesdienst mit Erzbischof Ulloa in Panama-Stadt gefeiert. Die Jugendlichen waren begeistert. Für sie war es ein gelungener Auftakt.

Dass es "eine gute Party wird", erwartet Leonie Kersten aus Osnabrück vom Weltjugendtag. Im Eröffnungsgottesdienst soeben habe sie besonders die Musik fasziniert, sagt die 21-Jährige.

Offene Herzen und Arme

Der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa, hat den Gottesdienst gehalten und seine Predigt eröffnet mit: "Panama empfängt euch mit einem offenen Herzen und mit weit geöffneten Armen." – Und das ist genau die Erfahrung, die die Jugendlichen aus Köln in den "Tagen der Begegnung" im Bistum Davíd gemacht haben und auch hier in Panama-Stadt antreffen: Die Menschen sind fröhlich und aufgeschlossen.

Die deutschen Jugendlichen sind so begeistert von der guten Stimmung und der Offenheit der Menschen in Panama, dass sie sich wünschen, das in den kommenden Tagen weiterhin so erleben zu können.

"Heilige der heutigen Welt"

Etwa 75.000 junge Menschen, Priester und Bischöfe haben am Dienstagabend an der Küste von Panama-Stadt einen Gottesdienst gefeiert. Es war der Startschuss des Weltjugendtages, des Glaubensfestes der katholischen Jugend. Sechs Tage lang kommen rund 100.000 Pilger aus aller Welt zusammen, unter ihnen 2.300 Jugendliche, die sich aus Deutschland auf den Weg gemacht haben. Insgesamt kommen die Pilger aus 156 Ländern.

In seiner Predigt appellierte Erzbischof Ulloa an die Pilger, ihre Vision von einer besseren Welt niemals aufzugeben. "Die Kirche vertraut auf euch als Protagonisten der Veränderung."

Die Jugendlichen müssten eine Führungsrolle im Kampf für Gerechtigkeit übernehmen und sollten sich dabei an der christlichen Soziallehre orientieren. "Habt den Mut, Heilige zu sein in der heutigen Welt", so der Erzbischof.

"Jetzt geht es los"

In den einzelnen Sektoren wie A1 oder A2, B, T1 oder T2 auf der Uferpromenade Cinta Costera hatten sich immer mehr junge Menschen eingefunden. Sie sitzen, stehen und knien – umso weiter vorne, desto dichter gedrängt.

Corinna Kowalski ist eine der Weltjugendtags-Pilgerinnen aus dem Erzbistum Köln: "Es ist unglaublich, man sieht überall die Fahnen und die ganzen Menschen! Alle sind in der Messe mit dabei. Jetzt geht es wirklich los, das merken wir."

Das Gefühl von Gemeinschaft

Ein Meer aus Länderflaggen, Weltjugendtags-T-Shirts und bunten Pilgerrucksäcken ist entstanden. "In dieser großen Menschenmenge hat man nicht so individuell mit den anderen zu tun wie in den "Tagen der Begegnung", aber dieses Gemeinschaftsgefühl zu erleben, ist unglaublich."

Die 19-Jährige ist gemeinsam mit den anderen aus Köln an den "Tagen der Begegnung" im Bistum Davíd im Westen Panamas in einer Gastfamilie untergebracht gewesen. Sie finden traditionell vor den großen Veranstaltungen des Weltjugendtages statt.

"Atemberaubend! Das muss man einfach erleben."

Mit Corinna Kowalski gemeinsam ist Maximilian Krämer unterwegs. Ihm gefiel der Gottesdienst, weil er "so viele Menschen aus so vielen unterschiedlichen Nationen selten zusammen an einem Ort gesehen" habe. "Atemberaubend! Das muss man einfach erleben."

Und Corinna ergänzt: "Alle beten in ihrer eigenen Sprache mit. Um einen herum knien sich alle gleichzeitig hin, dazu muss man sich nicht verständigen können. Das ist sehr schön." Sie erhofft sich, diese Freude weiterhin zu erleben: Sie möchte "viel singen, viel tanzen und viel beten."

Anfängliche Schwierigkeiten

Nicht alles läuft zu Beginn rund: Die Kölner Jugendlichen suchen nach der richtigen Radiofrequenz, um die deutsche Übersetzung parallel zur Predigt von Panamas Erzbischof zu hören. Kurz danach reißt aber die Internetverbindung ab und diejenigen mit geringeren Spanischkenntnissen haben das Nachsehen.

Der mitgebrachte Weltempfänger schafft aber Abhilfe, so kann die Gruppe zumindest der englischen Übersetzung folgen.

Gottesdienstfeier unter freiem Himmel

Verena Lau aus Wasserburg am Bodensee findet, die Stimmung sei richtig cool. "Hier sind so viele Leute, so viele Jugendliche aus allen Ländern. Es ist toll, es lohnt sich wirklich!" Den Gottesdienst unter freiem Himmel fand die 19-Jähige wunderschön. "Es ist etwas ganz anderes als in Deutschland. In Deutschland ist die Stimmung immer eher traurig, hier sind alle froh und glücklich. Sie feiern es richtig."

An den Tagen des Weltjugendtages möchte sie andere Menschen und noch mehr Kulturen kennenlernen. Dazu ist sie nach Panama gereist.

Neue Freundschaften

Auch die 19-jährige Jessica aus Amberg bei Buchloe möchte neue Freunde finden. Genauso gehört für sie dazu, "ihren Glauben wieder ein bisschen mehr zu finden, ihm durch den Weltjugendtag näher zu kommen."

Der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen. Hierher gereist ist sie aber auch, um das Land kennenzulernen. Für viele Jugendliche darf die Spiritualität nicht fehlen, zu der auch die Katechesen gehören.

Papst Franziskus hat eingeladen

In Panama-Stadt freuen sich jetzt alle auf die Ankunft des Papstes. Papst Franziskus fliegt am Mittwoch aus Rom nach Panama, um mit den Jugendlichen zusammenzutreffen. Er wird innerhalb der Tage ein Jugendgefängnis und eine Einrichtung für Aids-Kranke besuchen.

"Die Stimmung sollte die nächsten Tage so erhalten bleiben, nach wie vor alles friedlich verlaufen", sagt Maximilian. Er wünscht sich noch weitere schöne Tage in Panama und vermutet, dass beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages noch einmal mehr Menschen zusammenkommen werden.

Aber schon jetzt steht für ihn fest: "Ich weiß nicht, wie man das hier noch toppen kann!" Corinna vermutet: "Mit dem Abschlussgottesdienst, der noch viel größer werden wird."

Gemeinsam den Glauben feiern

Am Ende des Gottesdienstes ist es bereits dunkel über der Skyline von Panama-Stadt. Gleich im Anschluss an den Schlusssegen legt ein DJ auf und fängt so die Feierlaune der versammelten Jugendlichen ein.

Die ganze Cinta Costera beginnt zu tanzen. Sobald man sich begegnet, tauscht man sich aus, macht Fotos zusammen mit dem jeweiligen anderen und seiner Landesflagge. Gesänge und Schlachtrufe wallen immer wieder auf. Die Kölner Jugendlichen machen sich auf den Heimweg in die Gastfamilien und Unterkünfte.

Farbenfroher Auftakt

Eine Frage, die Corinna und die anderen dabei beschäftigt: "Wo gibt es die nächste Möglichkeit, mit den Pilger-Coupons an ein Abendessen zu kommen?"

Kurz darauf sind einige laute Geräusche von der Cinta Costera zu hören und ein paar Jugendliche erschrecken sich zunächst – ein farbenfrohes Feuerwerk beendet den ersten Abend des Weltjugendtages in Panama-Stadt.

Katharina Geiger

(DR)

DOMRADIO.DE vor Ort

Aus Panama berichten Ina Rottscheidt und Kathi Geiger.

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Der Panama-Blog

Tägliche Eindrücke aus Panama gibt der Social Media-Redakteur André Grosser vom Newsdesk im Erzbistum Köln. Er begleitet die WJT- Reisegruppe des Erzbistums.