Vatikanisches Gericht
Gerichtsverhandlung im Vatikan (Archiv)

21.01.2021

Früherer Vatikanbank-Chef wegen Geldwäsche verurteilt Knapp neun Jahre Haft

Der frühere Vatikanbank-Präsident Angelo Caloia und sein Rechtsberater Gabriele Liuzzo sind von einem Gericht im Vatikan zu jeweils acht Jahren und elf Monaten Freiheitsstrafe wegen Geldwäsche und Unterschlagung verurteilt worden.

Der in die Geschäfte involvierte Sohn Gabriele Liuzzos, Lamberto Liuzzo, erhielt fünf Jahre und zwei Monate. Das erstinstanzliche Urteil am Donnerstag folgte auf einen fast dreijährigen Strafprozess um Immobilienverkäufe zwischen 2002 und 2007, durch die der Vatikanbank IOR Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstand. Die Verurteilten kündigten Berufung an.

Caloia hatte sich zuletzt noch als unschuldig und Opfer einer Verschwörung bezeichnet. Der Manager leitete das gemeinhin als Vatikanbank bezeichnete "Institut für die religiösen Werke" von 1989 bis 2009. Der Vorsitzende Richter und frühere Mafia-Strafverfolger Giuseppe Pignatone befand Caloia und die beiden Mitangeklagten für schuldig, 29 Immobilien des IOR und einer von der Vatikanbank kontrollierten Gesellschaft unter Marktwert verkauft und sich dabei um rund 59 Millionen Euro bereichert zu haben. Lamberto Liuzzo half demnach, einen Teil der Gelder über Schweizer Konten zu waschen.

Zusätzlich Geldstrafen und Beschlagnahmungen

Zusätzlich zu den Haftstrafen sprach das Gericht Geldstrafen von je 12.500 Euro für Caloia und Gabriele Liuzzo sowie 8.000 Euro für Lamberto Liuzzo aus. Den dreien wird die Ausübung öffentlicher Ämter im Vatikan untersagt. Weiter verfügte das Gericht die Einziehung von bereits beschlagnahmten 38 Millionen Euro von Konten der Beschuldigten und verurteilte sie zu mehr als 20 Millionen Euro Schadenersatz für das IOR und die Immobiliengesellschaft SGIR.

Laut Vatikanangaben handelte es sich um das erste Urteil auf der Grundlage neuer, Ende 2018 eingeführter Normen zum Kampf gegen Geldwäsche und Korruption nach internationalen Standards.

Ermittlungen 2013 aufgenommen

Die vatikanische Staatsanwaltschaft hatte 2013 begonnen, über den Verkauf von Immobilien des IOR zu ermitteln. Medienberichten zufolge sollen bei den Verkäufen zusätzlich zu den vertraglich vereinbarten Preisen Barzahlungen geflossen und nicht verbucht worden sein.

Caloias Nachfolger als IOR-Präsident, Ernst von Freyberg, hatte 2013 mit der systematischen Untersuchung der Konten der Vatikanbank begonnen. Seither wurden zahlreiche Konten geschlossen.

(KNA, epd)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 19.06.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Kreuzgang an Bonner Münster hat wieder geöffnet
  • Schwester Katharina im EM-Fieber
11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Radiorätsel: Welchen Begriff aus dem Kirchenumfeld suchen wir?
  • Küchentipp: Jetzt Spargel einfrieren
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Radiorätsel: Welchen Begriff aus dem Kirchenumfeld suchen wir?
  • Küchentipp: Jetzt Spargel einfrieren
16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!