Lateinische Eintragung in ein Buch
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Postamt im Vatikan
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27.12.2020

Langjähriger Latinist der Päpste Reginald Foster gestorben Ein Leben für eine lebendige tote Sprache

Der Karmelit Reginald Foster entwickelte die lateinischen Übersetzungen für moderne Wörter. 40 Jahre lang übersetze er Straßenschilder im Vatikan und lehramtliche Texte. An Weihnachten ist er verstorben.

Der langjährige Vatikan-Latinist Reginald Foster ist tot. Der Ordensmann der Unbeschuhten Karmeliter und Lateinlehrer starb am Weihnachtsmorgen (25. Dezember) mit 81 Jahren, wie der Benediktiner Daniel McCarthy auf Fosters Website mitteilte. Unter vier Päpsten arbeitete Foster von 1969 bis 2009 im Amt für lateinische Briefe im vatikanischen Staatssekretariat. Er war für seine Lateinkurse an der päpstlichen Universität Gregoriana und später an seiner eigenen Academia Romae Latinitatis bekannt.

Zu seinen Aufgaben als päpstlicher Lateinsekretär gehörten laut dem Portal katholisch.de die Übersetzung wichtiger Texte des päpstlichen Lehramtes ebenso wie die von Straßenschildern im Vatikan. Wöchentlich lief auf "Radio Vatikan" sein Programm "The Latin Lover". Auch nach seiner Pensionierung 2009 unterrichtete Foster in seiner Heimat Milwaukee an der dortigen Universität Latein, später aus dem Pflegeheim in Greenfield (Wisconsin), in dem er zuletzt lebte.

Methode: Latein als lebendige Sprache

Mit 13 Jahren trat der Sohn eines Klempners aus Wisconsin in ein Knabenseminar ein. 1962 ging er als Student, in Rom. Besonders bekannt war Foster für seine Lehrmethode, Latein als lebendige Sprache in mehrwöchigen Sommerkursen zu lehren. Damit beeinflusste er Generationen von Latinisten. Für seine Lateinkurse verlangte er niemals Geld.

Zudem wirkte Foster am von der päpstlichen Stiftung "Latinitas" herausgegebenen "Lexicon recentis Latinitatis" mit, einem Wörterbuch mit lateinischen Übersetzungen moderner Begriffe wie Computer ("instrumentum computatorium"), Twitter ("breviloquentia") oder Rock'n'Roll ("tumultuatio").

(KNA)

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