Beides Jesuiten: Papst Franziskus und Antonio Spadaro
Papst Franziskus und Antonio Spadaro

23.10.2017

Papstkenner Spadaro: Franziskus ist weder "rechts" noch "links" Jenseits von Ideologie

Papst Franziskus polarisiert, auch ungewollt. Einige konservative Katholiken kritisieren ihn, andere starten eine Solidaritäts-Initiative. Laut dem Jesuiten Antonio Spadaro ist Franziskus keiner politischen Richtung verbunden.

"Sein Ansatz ist immer seelsorglich und nie ideologisch gewesen", sagte der Jesuit Antonio Spadaro am Samstagabend in Rom bei der Vorstellung seines Interview-Buchs mit dem Papst, das in diesen Tagen in Italien erschien. Es sei unmöglich, Franziskus in eine Richtung wie "rechts" oder "links" ziehen zu wollen.

Papst verweigere eine Ideologisierung

Der Papst habe betont, er sei nie "rechts" gewesen. Damit habe er sich auf Vorwürfe einer Nähe zur argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) während seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires bezogen, so Spadaro. Ebenso habe Franziskus gesagt, er sei nie Kommunist gewesen, so der Leiter der Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica" weiter.

Auch dies belege, dass das Kirchenoberhaupt meilenweit von jeglichem ideologischen Ansatz entfernt sei. "Der Papst verweigert eine Ideologisierung des Christentums, also eine Verwandlung des Christentums in eine religiöse Ideologie", so Spadaro.

Interview-Buch von Antonio Spadaro

Spadaro, der wie Franziskus dem Jesuitenorden angehört, ist Herausgeber des Interview-Buchs "Adesso fate le vostre domande" ("Bitte stellen Sie jetzt Ihre Fragen").

(KNA)

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