Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Papst Franziskus und Kardinal Gerhard Ludwig Müller

21.04.2016

Theologen fordern mehr Transparenz von der Glaubenskongregation "Wie in Zeiten des Absolutismus"

Eine Gruppe katholischer Theologen, Bischöfe, Priester und Ordensfrauen fordert die römische Glaubenskongregation zu mehr Transparenz auf. In ihren Augen seien oftmals dieselben Personen im Vatikan Ankläger, Untersucher und Richter.

Die älteste und in dogmatischen Fragen höchste vatikanische Kurienbehörde unter der Leitung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller solle sich stärker als bisher an den "urchristlichen Werten von Gerechtigkeit, Wahrheit, Integrität und Barmherzigkeit" orientieren, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben.

Die 15 Unterzeichner kommen aus Australien, den USA, Irland oder Spanien und sind nach eigenen Angaben bereits von der Glaubenskongregation gemaßregelt worden. Als Begründung für ihr aktuelles Schreiben geben sie an, sie hätten Ende Februar Vorschläge nach Rom geschickt, aber seitdem keine Antwort erhalten.

Aufruf zu mehr Transparenz

In ihrem Brief fordern die Theologen die Glaubenskongregation vor allem zu mehr Transparenz in ihren Untersuchungen auf. Unter anderem sollten "anonyme Denunziationen" ignoriert werden. Außerdem sollten alle, deren Aussagen oder Schriften untersucht werden, erfahren, was ihnen genau vorgeworfen wird und wer die Untersuchungen leitet. Außerdem dürften nicht dieselben Personen Ankläger, Untersucher und Richter sein, heißt es weiter in dem Schreiben.

Die Unterzeichner werfen der Vatikanbehörde vor, sie handle noch zu häufig nach "Rechtsprinzipien, Verfahren und Haltungen des Absolutismus des 16. und 17. Jahrhunderts in Europa". Dies sei das Gegenteil "zeitgemäßer Vorstellungen von Menschenrechten, Rechenschaftspflicht und Transparenz, wie sie die Welt von einer christlichen Gemeinschaft erwartet und wie sie auch die katholische Kirche von weltlichen Organisationen einfordert".

Berufung auf Franziskus

Bei ihren Forderungen nach mehr Transparenz und Barmherzigkeit berufen sich die Theologen ausdrücklich auf Aussagen von Papst Franziskus, unter anderm aus seinem jüngsten Schreiben "Amoris laetitia".

Die ranghöchsten Unterzeichner sind zwei ehemalige Bischöfe aus Australien: William Morris hatte 2011 die Leitung des Bistums Toowoomba abgegeben nach einem internen Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil er eine Zulassung verheirateter Priester und eine Weihe von Frauen vorgeschlagen hatte. Pat Power hatte 2012 seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht, um als einfacher Priester "desillusionierte" Katholiken zu ermutigen, als "Stimme der Reform" in der Kirche zu bleiben. Zuvor hatte er sich wiederholt für eine offene Debatte über den Pflichtzölibat für Priester ausgesprochen.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.06.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • DOMRADIO-Blickpunkt: Wie Kindern die Eucharistie erklären
  • Jüdisches Leben in Köln - Israel-Tag feiert Städtepartnerschaft
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Festival "Africologne" – Kunst und Kultur eines Kontinents
  • "Im schlimmsten Fall geht alles gut" – 60 Gründe zu vertrauen
  • Evangelischer Kirchentag in Dortmund – "Christen gegen Rechtsextremismus"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Festival "Africologne" – Kunst und Kultur eines Kontinents
  • "Im schlimmsten Fall geht alles gut" – 60 Gründe zu vertrauen
  • Evangelischer Kirchentag in Dortmund – "Christen gegen Rechtsextremismus"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Tag für Afrika
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Tag für Afrika
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • DOMRADIO-Blickpunkt: Wie Kindern die Eucharistie erklären
  • Evangelischer Kirchentag in Dortmund – "Christen gegen Rechtsextremismus"
  • "Im schlimmsten Fall geht alles gut" – 60 Gründe zu vertrauen
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff