30.04.2020

Auch 1. Mai-Kundgebungen und Walpurgnisnacht fallen aus Mit Anstand Abstand halten

Auch Traditionen und Brauchtümer sind betroffen – alles ist anders in diesem Jahr: Die Corona-Pandemie lässt auch Demonstrationen, Randale, Hexentanz und Kurzurlaube zum 1. Mai ausfallen. 

Es ist ein langes Wochenende - wie gemacht für Ausflüge, Kurzurlaube, Brauchtum oder Demonstrationen. Doch im Zeichen der Corona-Krise wird dieser 1. Mai anders als alle seine Vorgänger.

"Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949 wird es 2020 keine Demos und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen zum Tag der Arbeit geben", teilte der DGB mit. "Denn in Zeiten von Corona heißt Solidarität: mit Anstand Abstand halten."

Digitales Programm und kleine Aktionen

Trotzdem wolle man unter dem Motto "Solidarisch ist man nicht alleine" zusammen stehen - digital. Geplant ist eine Live-Sendung auf der DGB-Website, auf Facebook und Youtube. Mit dabei sind Konstantin Wecker, Jocelyn B. Smith, Heinz Rudolf Kunze und Ute Lemper. Geplant sind auch kleine symbolische Aktionen in mehreren Städten, etwa am Brandenburger Tor.

Seit Jahren gilt der 1. Mai auch als der höchste Feiertag der linksextremen Szene in Berlin. Polizei und Innensenator Andreas Geisel (SPD) erwarten trotz der Kontaktbeschränkungen einen ereignisreichen Feiertag. Zwar beobachten die Sicherheitsbehörden laut rbb, dass sich die Szene bislang unsicher ist, wie sie den Tag gestalten will. Dennoch wollen offenbar viele in der Szene nicht auf Randale verzichten. Mehrere Gruppen kündigen dezentrale Demonstrationen an. "Wir lassen uns jedoch nicht vom Staat vorschreiben, wie unser Protest aussehen wird", hieß es im Internet.

Feiern zum Maifeiertag und zur Walpurgisnacht fallen aus

Klar ist dagegen, dass das Brauchtum und auch der Tourismus rund um Maifeiertag und Walpurgisnacht weithin ausfallen. Kaum ein Tag wird so von Festen und Brauchtum begleitet: In der Walpurgisnacht auf den 1. Mai feiern jedes Jahr rund um den Brocken im Harz Tausende ein karnevalistisch angehauchtes Volksfest mit Märkten, Feuerzauber, Hexen und Teufel.

In diesem Jahr ist alles anders: Die Walpurgis-Feiern seien allesamt untersagt, erklärte ein Sprecher des Landkreises Goslar. Die Behörden würden die Einhaltung des Verbots verstärkt kontrollieren. Thale im Ostharz, wo auf dem Hexentanzplatz üblicherweise eine der größten Walpurgis-Feten steigt, meldet diesmal: Verschoben auf den 30. April 2021.

Viele Bräuche betroffen

An den Externsteinen in Ostwestfalen-Lippe, beliebt auch bei Esoterikern, Kelten- und Germanen-Verehrern, geht an diesem Wochenende nichts. Die Behörden sperren Parkplätze und haben strenge Kontrollen rund um die markante, rund 40 Meter hoch aufragende Felsformation angekündigt. Auch an der Heidelberger Thingstätte fällt die Walpurgisnachtfeier nach Anordnung der Stadt Heidelberg aus. Die Veranstaltung hatte zuletzt teilweise rund 15.000 Besucher angezogen.

Viele Kommunen und Vereine haben zudem das traditionelle Aufstellen von Maibäumen abgesagt. Nicht ganz so streng bewerten die Behörden mancherorts das Aufstellen privater Maibäume, sofern die Regeln eingehalten werden. Besonders im Rheinland ist es Tradition, das junge Männer ihrer Freundin eine bunt geschmückte Birke vor das Haus stellen. Der Verkauf von Birken ist laut Corona-Verordnung des Landes NRW erlaubt. Einige Städte appellieren jedoch an die Bürger, gänzlich auf die Bräuche zu verzichten.

Die Walpurgisnacht

Ihre Wurzel hat die Walpurgisnacht möglicherweise in heidnischen Frühjahrsbräuchen. Nach altem Volksglauben vertreiben in dieser Nacht die germanischen Götter Wotan und Freya die Winter-Dämonen. Die Volkskundler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) sind sich allerdings sicher, dass die Walpurgisnacht ursprünglich nichts mit Hexen zu tun hatte. Nach ihren Recherchen wurde der 1. Mai seit dem 8. Jahrhundert als Tag der Waffenschau der Wehrfähigen begangen. Damit könnte das Recht zusammenhängen, noch einmal ausgiebig "über die Stränge zu schlagen".

Fest steht, dass die Nacht zum 1. Mai zwar ihren Namen von der heiligen Walburga bekam, sonst aber nichts mit ihr zu tun hat. Die aus England stammende und 779 oder 780 gestorbene Heidenheimer Äbtissin, deren Gebeine in Eichstätt bestattet sind, wurde durch Papst Hadrian II. (867 bis 872) heiliggesprochen. Erst der Gedenktag der Übertragung ihrer Gebeine am 1. Mai stellte die Verbindung zum Hexenbrauchtum her. Richtig populär wurde die Walpurgisnacht durch Goethes "Faust". Darin überredet Mephisto Faust, an einer Hexenfeier teilzunehmen.

Christoph Arens
(KNA)

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