27.03.2019

Caritas-Kongress befasst sich mit Zusammenhalt in Europa "Unterschiede überwinden"

Wie stärkt man die Zivilgesellschaft in Europa? Darum geht es noch bis Freitag auf dem Caritas-Kongress in Berlin. Die Stärkung des Zusammenhalts sei wichtig, meint Caritas-Präsident Peter Neher im Interview. Was tut die Caritas dafür?

DOMRADIO.DE: Das Thema in diesem Jahr lautet "Wir. Jetzt. Hier. – ZusammenHalt". Wie wird das in den Diskussionen und im Austausch umgesetzt?

Prälat Dr. Peter Neher (Präsident des deutschen Caritasverbandes): Es ist ganz wichtig für uns, weil wir in den letzten Jahren den Einduck haben, dass die Gesellschaft sich auseinanderdividiert. Jung gegen Alt bei der Rente, Arm gegen Reich bei der Vermögensverteilung oder auch im Demokratieverständnis. Wir stellen verschiedene Aktivitäten vor und führen politische Gespräche - etwa mit Bundesministerin Giffey, Bundestagspräsident Schäuble oder Kardinal Marx.

DOMRADIO.DE: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey wird beim Kongress dabei sein wird und an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. In der wird es darum gehen, wie Caritas und Politik den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken können. Was genau macht denn die Caritas für den Zusammenhalt?

Neher: Die Caritas hat vielfältige Einrichtungen und Dienste. Es gibt Beratungsstellen für schwangere Frauen und viele Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser und Altenheime. Das sind alles Orte, in denen Menschen zusammenkommen und Unterschiede überwunden werden. Orte, wo durch die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen der Zusammenhalt gestärkt wird. Letztlich stärken wir ihn dadurch, indem wir die politische Debatte zu unseren Positionen in der Migrationsfrage, zur Rente und Pflege stärken. Diesen Beitrag können wir leisten.

DOMRADIO.DE: Ein großes Thema ist die Digitalisierung in der Pflege. Welche Angebote gibt es da bei der Caritas?

Neher: Die Pflege braucht Menschen, das ist oberste Priorität. Aber es gibt viele digitale Möglichkeiten: Zum Beispiel eine digitale Pflege-Dokumentation oder die Möglichkeit, dass Pflegekräfte mit Ärzten über Tablets die akute Wundversorgung austauschen oder Bewohner eines Altenheims mit Virtual-Reality-Brillen den Kölner Dom besuchen können. Das sind wichtige Meilensteine in diesem Zusammenhang.

DOMRADIO.DE: Können Sie nachvollziehen, dass Mitarbeitende in der Pflege auch Angst haben, wenn zuviel Digitalisierung ins Spiel kommt?

Neher: Das ist so, das weiß ich. Und ich glaube, das ist sehr ernst zu nehmen. Deshalb müssen wir darauf achten, Fachkräfte zu qualifizieren. Die Lehrpläne für soziale Berufe müssen angepasst werden und man muss sicher auch darauf achten, wo die Grenzen sind. Erste Priorität ist der Mensch - der steht in der Mitte. Die digitalen Möglichkeiten müssen sich daran orientieren, was dem Menschen dient.

DOMRADIO.DE: Momentan wird auch viel darüber diskutiert, ob pränatale Untersuchungen auf Trisomie 21 - also auf das Down-Syndrom - als Kassenleistung gelten sollen. Wird das auf dem Kongress der Caritas in Berlin ein Thema sein?

Neher: Das wird in Berlin kein herausragendes Thema sein. Aber natürlich spielt es in unserer politischen Arbeit eine große Rolle. Wir dürfen Behinderung nicht zum Betriebsunfall des Lebens erklären. Wir dürfen Menschen nicht danach einteilen, ob ihr Leben lebenswert oder nicht lebenswert ist. Ich denke, die Kassenleistung hätte weitreichende Wirkungen in der Bewusstseinsbildung - für Menschen mit Behinderung unter uns, aber auch für Eltern von Kindern, die tatsächlich dahin geführen werden, zwischen wert und unwert zu unterscheiden. Das können wir nicht zulassen. Da arbeiten wir politisch sehr intensiv daran, dass hier nicht ein Dammbruch passiert zur Frage: Was ist menschliches Leben wert?

Das Gespräch führte Carsten Döpp.

(DR)

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