Bundeswehr
Nach dem Militärrabbiner nun auch ein Militärimam in der Bundeswehr?
Aiman Mazyek
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime

08.04.2019

Zentralrat der Muslime fordert Militärimame in der Bundeswehr "Wir sind es ihnen schuldig"

In der Bundeswehr soll es künftig Militärrabbiner geben. Nun fordert der Vorsitzende des Zentralrat der Muslime, Aiman Mazyek, muslimische Geistliche für die Soldaten. Doch die Frage nach Militärimamen gestaltet sich komplizierter.

"Tausende muslimische Soldaten verteidigen jeden Tag unser Land, wir sind es ihnen schuldig, nun eine Lösung zu schaffen", erklärte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, am Montag in Köln. Zugleich begrüßte er die Initiative des Bundesverteidigungsministeriums, für rund 300 jüdische Soldaten Militärrabbiner einzusetzen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass es künftig neben den Seelsorgern der Kirchen auch Militärrabbiner in der Bundeswehr geben soll. Dafür solle ein Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und dem Zentralrat der Juden in Deutschland verhandelt werden. Das religiöse Personal ist Ansprechpartner für gläubige Soldaten und organisiert Gottesdienste. Seelsorger begleiten zudem Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Dem Islam fehlt ein Dachverband

Mazyek kritisierte, dass nach fast zehn Jahren Diskussion über die Einsetzung von Militärimamen noch keine Lösung in Sicht sei. Er appellierte an die Bundesregierung, die Soldaten nicht noch weiter warten zu lassen. Der Zentralrat sei bereit, seinen Teil der Verantwortung dazu zu leisten, unterstrich der Vorsitzende.

Die Frage nach Militärimamen gestaltet sich komplizierter, weil islamische Verbände - anders als die Kirchen und der Zentralrat der Juden - nicht flächendeckend als Körperschaft öffentlichen Rechts organisiert sind. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums fehlt ein Dachverband wie der Zentralrat der Juden oder die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), mit dem ein Staatsvertrag geschlossen werden könnte.

Muslimische Geistliche sollten daher über sogenannte Gestellungsverträge an die Bundeswehr gebunden werden. Das bedeutet, dass der Staat mit einem einzelnen Verband ein Abkommen über die Kooperation bei der seelsorgerlichen Betreuung schließt. Auch hier plant das Ministerium mit einer "niedrigen einstelligen" Anzahl Geistlicher.

Geschätzte 3.000 muslimische Soldaten

Die Zahl jüdischer Soldaten wird nach Ministeriumsangaben auf 300 geschätzt, die muslimischer Militärangehöriger auf 3.000. Es handelt sich um Schätzungen, weil die Angabe der Religionszugehörigkeit freiwillig ist. Die Zahl evangelischer Soldaten liegt demnach bei rund 53.000, die der katholischen bei etwa 41.000.

(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 12.08.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Erster Schultag nach den Sommerferien: Wie normal kann Schule gerade sein?
  • Debatte um angepasste Kirchensteuer für junge Mitglieder
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • DomGedanken - Vortragsreihe im Dom zu Münster
  • Sternschnuppen-Regen: Heute Nacht Höhepunkt der Perseiden
  • Architektin gestaltet Altarraum der Lutherkirche
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • DomGedanken - Vortragsreihe im Dom zu Münster
  • Sternschnuppen-Regen: Heute Nacht Höhepunkt der Perseiden
  • Architektin gestaltet Altarraum der Lutherkirche
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Kirchenchöre in Corona-Zeiten
  • Kamala Harris als Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft in den USA nominiert
  • Morddrohungen gegen Diakonie
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Kirchenchöre in Corona-Zeiten
  • Kamala Harris als Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft in den USA nominiert
  • Morddrohungen gegen Diakonie
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…