Soldaten im Gottesdienst
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Militärpfarrer kritisiert Margot Käßmann
Militärpfarrer kritisiert Margot Käßmann

22.02.2017

Evangelischer Militärpfarrer zu Vereinbarkeit von Glaube und Beruf Kein Widerspruch zu "Du sollst nicht töten"

Für den Militärpfarrer Pascal Kober steht das christliche Gebot "Du sollst nicht töten" in keinem Widerspruch zur Tätigkeit von Soldaten. In einem Interview äußerte er zudem Bedenken an der Besetzung von Margot Käßmann als Reformationsbotschafterin.

"Denn das Gebot meint auch: Du sollst nicht töten zulassen", sagte Kober der Zeitung "Die Welt". Es gebe Situationen, in denen Gewalt das letzte Mittel sei, um Leben zu retten oder Recht durchzusetzen. "Für mich ist es eine ethische Pflicht, schutzlose Menschen zu schützen oder rechtlose Situationen in einem Staat zu beenden." Dies sei auch die offizielle Position der evangelischen Kirche. Kober betonte aber auch, dass es innerhalb der Kirche zu dem Thema kontroverse Meinungen gebe.

In Werbekampagnen für die Bundeswehr muss aus Sicht Kobers stärker "mit dem Auftrag des Soldaten" geworben werden: "das Recht und die Freiheit, also unsere Werte, zu verteidigen. Der Fokus liegt mir zu sehr auf Technik, Abenteuer und beruflicher Laufbahnperspektive." Ihm wäre "etwas mehr Pathos für unsere Werte und Grundgesetzpatriotismus" wichtig. Die Arbeit als Soldat sei kein Erwerbsberuf wie jeder andere. "Ein Held ist nicht der Wagemutigste und beste Schütze, sondern der, der für unsere Werte mit seinem Leben eintritt."

Vergleich von Käßmann mit Frauke Petry und Trump

Der Militärpfarrer und FDP-Politiker hält zudem Margot Käßmann für die falsche Besetzung auf der Position der Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland im Luther-Jahr. Kober kritisierte Käßmann wegen ihrer Positionen zur Bundeswehr in scharfer Form. Käßmanns Ratschlag, Terrorismus mit Beten zu bekämpfen und die Bundeswehr nach dem Vorbild Costa Ricas abzuschaffen, sei "Weltflucht und Eigen-PR" und erinnere ihn an die AfD-Vorsitzende Frauke Petry.

"Frau Käßmann wirft regelmäßig derart provokante, zugespitzte Thesen in die Debatte - und schiebt dann Erklärungen und Differenzierungen nach, wenn sich Kritik erhebt, und stilisiert sich dann als Missverstandene und Angegriffene. Das ist ein Stilmittel, dessen sich auch Politiker wie Frauke Petry gern bedienen", sagte Kober.

Kober verglich demnach Käßmann außerdem mit US-Präsident Donald Trump. "In einer Neujahrspredigt hat sie mal 'Mehr Fantasie für den Frieden' gefordert. Das hat in seiner Allgemeinheit und Unbestimmtheit die Qualität von Trumps Forderung 'Make America great again'". Es handele sich um eine Verdrängung der Komplexität der Wirklichkeit durch einfache Wahrheiten. Das sei "geradezu das Gegenprogramm zum Anspruch der Reformatoren, die Menschen zur Mündigkeit, zum Verstehen und Denken zu befähigen. Ich denke, dass Frau Käßmann, wenn sie selbst so wenig für die Anliegen der Reformation steht, die falsche Besetzung auf dem Posten der Reformationsbotschafterin ist", so Kober.

Der FDP-Politiker warf Käßmann vor, die Enttäuschung der Soldaten über die Kirche zu fördern. "Zu fordern, Terroristen mit Liebe zu begegnen, ist eine Ohrfeige für die Angehörigen von Terroropfern und seelsorgerliches Versagen. Da geht es ihr wohl nur um Schlagzeilen", sagte Kober. "Auf Terror antworten wir mit dem Rechtsstaat, der freilich auch die Grundrechte der Terroristen achtet. Die Würde auch von Terroristen zu achten ist die säkulare Umsetzung des Liebesgebotes der Bibel", sagte der Militärpfarrer.

(KNA)

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