Einsamer Teddybär
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27.08.2021

Bischöfin Fehrs fordert Unterstützung des Staates bei Aufarbeitung von Missbrauch Schuld der Kirche offen bekennen

Die Hamburger evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs hat sich für staatliche Unterstützung bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche ausgesprochen. Politik könne in dem "emotionalen Umfeld" moderierend wirken.

"Insgesamt finde ich es richtig, wenn Betroffene eine größere Beteiligung des Staates fordern", sagte die Hamburger evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" (September). "Wir würden daher eine Unterstützung durch die Politik sehr gerne annehmen", sagte Fehrs mit Blick auf die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). In dem "emotionalen Umfeld" der Aufarbeitung und Beteiligung von Betroffenen könne die Politik moderierend wirken.

Rückschritte bei Aufarbeitung

Die EKD erlebte zuletzt einen Rückschritt bei der Aufarbeitung von Missbrauch, als im Mai der Betroffenenbeirat ausgesetzt wurde. Nach Worten von Fehrs soll der ganze Prozess rund um den Betroffenenbeirat ausgewertet werden. Die Bischöfin betonte, sie sei "zutiefst davon überzeugt, dass uns die Perspektive der Betroffenen sehr voranbringt und unverzichtbar ist". Für weitere Schritte sei die Frage entscheidend: "Gelingt es beziehungsweise wie gelingt es, dass in Institutionen eine gute Beteiligung der Betroffenen möglich wird, ohne dass es als Instrumentalisierung empfunden wird?"

Für eine ernsthafte Aufarbeitung müsse die evangelische Kirche lernen, die Perspektive traumatisierter Menschen zu sehen und mitzudenken, sagte Fehrs. Sie forderte, dazu die traumasensible Seelsorge zu stärken, die etwa Ohnmachtsgefühle und Schmerz von Betroffenen verständlich mache.

Institutionelle Schuld

"Es spricht sich anders über diese Themen, wenn Kirche ihre institutionelle Schuld erkennt und öffentlich bekennt", so Fehrs. Als Beispiel nannte sie den Wunsch nach Versöhnung. Es verbiete sich, Versöhnung zu erwarten und die Verantwortung dazu an Betroffene zu delegieren. "Die ernsthafte Auseinandersetzung mit Missbrauch und Gewalt wird also perspektivisch auch unser theologisches Denken und Reden verändern", sagte die Bischöfin.

Zu Strukturen in der evangelischen Kirche, die Missbrauch begünstigten, sagte Fehrs, sexualisierte Gewalt habe es in den Strukturen "zu leicht" gehabt. Auch seien Beschwerdestrukturen unklar gewesen, was an eher flachen Hierarchien in der evangelischen Kirche liege. Das könne zur Folge haben, dass sich Menschen nicht verantwortlich fühlen zu handeln.

(KNA)

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