Sexueller Missbrauch durch Priester
Sexueller Missbrauch durch Priester
Kardinal Woelki
Kardinal Woelki

30.04.2021

Erzbistum Köln vergrößert Interventionsstelle Aufarbeitung wird weiter vorangetrieben

Nach der Vorstellung des umstrittenen Missbrauchsgutachtens hat das Erzbistum Köln seine Interventionsstelle verstärkt. Eine neue, vierte Personalstelle sei besetzt worden, teilte die Diözese am Freitag in Köln mit.

So sollten künftig unter anderem Fälle schneller bearbeitet werden. "Diese Maßnahme dient dazu, dass den Betroffenen zügiger als bisher ein Stück Gerechtigkeit zuteilwerden kann", sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. "Ich gehe konsequent den Weg der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs weiter."

Generalvikar Markus Hofmann kündigte an, bald werde eine Arbeitsgruppe für die Interventionsstelle gegründet, um weitere Empfehlungen in ein Zukunftskonzept zu überführen. Laut Interventionsbeauftragter Malwine Marzotko sollen die kommenden strukturellen Änderungen Unabhängigkeit und inhaltliche Qualität der Arbeit erhöhen.

Den Angaben zufolge wird die Interventionsstelle im Erzbistum Köln tätig, wenn frühere Fälle sexualisierter Gewalt neu bekannt werden oder neue Vorwürfe auftauchen. Sie klärt demnach den Sachverhalt, spricht mit den Beteiligten und eröffnet ein kirchliches Verfahren. Die Stelle macht auch Meldungen bei der Staatsanwaltschaft sowie der Glaubenskongregation im Vatikan.

Gutachten mit mindestens 75 Pflichtverletzungen

Mitte März hatte ein Team um den Strafrechtler Björn Gercke ein Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln vorgestellt. Es bescheinigt mehreren hohen Amtsträgern mindestens 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen. So sollen sie etwa Verdachtsmomenten nicht nachgegangen sein und sich nicht um Opfer gekümmert haben. Nach der Vorstellung kündigte das Erzbistum einen Acht-Punkte-Plan an - unter anderem die nun erfolgte Stärkung der Interventionsstelle.

Seit Monaten steht Kardinal Woelki wegen der Vorgänge um das Gutachten unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, in Vertuschung verwickelt gewesen zu sein. Die Gutachter sehen jedoch keine Pflichtverletzung bei dem Erzbischof. Er selbst räumte in einem Fall ein, sich nicht korrekt verhalten zu haben, indem er eine Meldung an den Vatikan unterlassen habe. Zwar habe er pflichtgemäß und rechtssicher gehandelt, so Woelki. "Aber es geht nicht nur darum, das Richtige zu tun, sondern alles Menschenmögliche zu tun. Und das habe ich nicht getan." Kritiker werfen ihm in weiteren Fällen aus dem Gutachten Fehlverhalten vor.

(KNA)

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