Vorerst wird der Meisner-Platz in Thüringen nicht umbenannt

"Keine Kurzschlüsse"

Der Kardinal-Meisner-Platz in Hundeshagen im thüringischen Eichsfeld wird nach den Erkenntnissen aus dem Kölner Missbrauchsgutachten bis auf Weiteres nicht umbenannt. Das entschied der Ortsteilrat laut MDR am Montagabend einstimmig.

Weihbischof Meisner/Erfurt mit einer Bläsergruppe in Heyerode/Eichsfeld (1980) / © Richwien (DR)
Weihbischof Meisner/Erfurt mit einer Bläsergruppe in Heyerode/Eichsfeld (1980) / © Richwien ( DR )

Ortsteilbürgermeister Thomas Müller hatte sich für eine Umbenennung ausgesprochen, nachdem das im März veröffentlichte Gutachten dem verstorbenen Kölner Erzbischof Joachim Meisner (1933-2017) zahlreiche Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen attestierte.

Meisners Jugend in Thüringen

Meisner, der nach der Vertreibung seiner Familie aus Schlesien in Thüringen aufwuchs, war Hundeshagen als Ortsteil von Leinefelde-Worbis eng verbunden. Dem MDR zufolge haben zu DDR-Zeiten katholische Familien aus dem Ort den jungen Theologie-Studenten Meisner mit Spenden unterstützt.

Den Platz hatte der Kardinal 2014 selbst eröffnet

Daraus sei eine lebenslange Verbindung entstanden, die sich auch in der Benennung des Platzes widerspiegele. Die Eröffnung 2014 hatte der Kardinal selbst vorgenommen.

Müller zufolge will der Ortsteilrat abwarten, bis die Vorwürfe "bis ins Detail" aufgearbeitet werden und vorher keine "Kurzschlüsse" ziehen. Die Aufarbeitung werde erfahrungsgemäß lange dauern. "Missbrauch geht gar nicht", sagte Müller dem MDR. Das müsse aufgeklärt werden. "Bis das nicht passiert ist, handeln wir nicht".

Quelle:
KNA
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