Erscheinung der Seligen Jungfrau Maria in der Grotte von Lourdes
Erscheinung der Seligen Jungfrau Maria in der Grotte von Lourdes

02.03.2020

Lourdes schließt Bäder wegen Coronavirus Maßnahmen weltweit

Die Coronavirus-Epidemie führt auch in Wallfahrtsorten der katholischen Kirche zu besonderer Vorsicht. Im südfranzösischen Lourdes sind bereits jetzt Schutzmaßnahmen in Kraft getreten. Andersorts sind die Maßnahmen drastischer.

Auch wenn die Hauptsaison für Pilgerfahrten erst mit Palmsonntag beginnt, sind in Lourdes bereits Schutzmaßnahmen in Kraft getreten, die dafür sorgen sollen, dass es in dem Marienwallfahrtsort möglichst zu keiner Übertragung des Erregers kommt. Ausgesetzt werden die Wallfahrten nach Lourdes, wohin jährlich mehrere Millionen Gläubige - darunter insbesondere viele kranke Menschen - pilgern, jedoch nicht.

Wie die italienische Zeitung "Il Messaggiero" berichtete, werden die Bäder im sogenannten "Heiligen Bezirk" von Lourdes bis auf Weiteres geschlossen. Das Eintauchen in diese Becken, die mit Quellwasser aus der Erscheinungsgrotte von Massabielle gespeist werden, ist sonst für viele kranke wie auch gesunde Pilger eine der traditionellen Stationen der Wallfahrt. Die Kirche hat von 7.000 dokumentierten spontanen Heilungen, die an diesem Ort geschehen sein sollen, bisher offiziell 70 als Wunder anerkannt.

Laut der Wallfahrtsdirektion des Pyrenäen-Ortes wurde zudem ein medizinisches Überwachungsteam eingesetzt, welches überprüfen soll, ob unter den Lourdes-Pilgern jemand die für das Coronavirus typischen Krankheitssymptome aufweist; man verfüge auch über die nötigen Schutzausrüstungen für den Fall des Falles, hieß es.

Kirchen in Südkorea geschlossen

In Ländern mit einer weit höheren Zahl von Coronavirus-Infizierten sind die Maßnahmen teils drastischer. So blieben in Südkorea, wo es nach jüngsten Angaben mehr als 4.200 nachgewiesene Infektionen und 20 Todesfälle gibt, die Kirchen am Sonntag geschlossen.

In Mexiko, wo es am Montag fünf bestätigte Fälle einer Coronavirus-Erkrankung gab, ordnete der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Carlos Aguiar Retes, in einem Rundschreiben an die Bischöfe seiner Diözese Vorsichtsmaßnahmen an. Die Sonntagsgottesdienste sollten so weit wie möglich gekürzt werden, um dadurch die Dauer, in der sich viele Menschen gleichzeitig im geschlossenen Kirchenraum befinden, zu minimieren, etwa durch Kurzpredigten, das Weglassen von Liedern oder der Gabenprozession. Mit Nachdruck schrieb er zugleich, es gelte Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden.

Zudem werden die Kommunionhelfer dazu angehalten, unmittelbar vor ihrem Dienst die Hände zu desinfizieren. Die Formel "Der Leib Christi" bei der Verteilung der Kommunion soll weggelassen oder Mundschutz verwendet werden, letzterer auch bei Beichten. Die in Mexiko übliche Mundkommunion soll übergangsweise durch die Handkommunion ersetzt und die Gläubigen in deren korrekter Durchführung unterwiesen werden. Auch riefen die Kirchenverantwortlichen dazu auf, die Kollekte während der Messe auf einen Zeitpunkt nach der Kommunion zu verschieben, damit sich die Gläubigen vor dem Kommunionempfang nicht die Hände beschmutzen.

(KNA)

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