Der Kölner Dom trägt der steigenden Zahl der Corona-Patienten in NRW Rechnung
Der Kölner Dom trägt der steigenden Zahl der Corona-Patienten in NRW Rechnung

27.02.2020

Die katholische Kirche und der Umgang mit dem Coronavirus Kein Weihwasser mehr im Kölner Dom

Die Diözesen in Deutschland überlegen, wie sie mit möglichen Gefahren durch das Coronavirus umgehen. Aachen und Stuttgart haben reagiert. Auch die Deutsche Bischofskonferenz hat Tipps herausgegeben. Nun zieht auch der Kölner Dom nach.

Der Kölner Dom trägt der steigenden Zahl der Corona-Patienten in NRW Rechnung: Dompropst Gerd Bachner und Domdechant Robert Kleine setzen ab diesem Freitag Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Kraft. Der Dom folgt damit den Hinweisen und Anregungen des Erzbistums Köln.

So bleiben ab Freitagmorgen die Weihwasserbecken im Kölner Dom vorübergehend leer, um das Ansteckungsrisiko durch Keime zu verringern. "Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen", erklärt Dompropst Gerd Bachner. "Der Friedensgruß kann sehr gut durch ein freundliches Lächeln oder Zunicken erfolgen."

Da auch die Mundkommunion Gefahren der Übertragung birgt, bittet der für die Liturgie verantwortliche Domdechant Robert Kleine die Gläubigen um Verständnis, dass zum beiderseitigen Schutz ab sofort ausschließlich die Handkommunion im Dom vorgesehen ist.

"Wir wollen mit diesen Maßnahmen keine Panik schüren, aber dazu beitragen, dass Krankheiten wie das Corona-Virus sich weniger schnell verbreiten können," erläutert der Domdechant.

Der Kölner Dom sei ein hochfrequentierter Ort mit täglich 20.000 Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt, deren gesundheitliches Wohl dem Domkapitel am Herzen liege, so Dompropst Bachner. "Wir schließen alle Kranken und ihre Angehörigen in unser Gebet ein und denken in unseren Gottesdiensten auch vor allem an jene, die in der Krankenpflege tätig sind oder sich für das gesundheitliche Wohl unserer Bevölkerung einsetzen."

Bistum Aachen ergreift wegen Coronavirus Vorsichtsmaßnahmen

Dagegen empfiehlt das Bistum Aachen seinen Gemeinden besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Weihwasserbecken - auch im Aachener Dom - sollten vorläufig nicht befüllt werden, wie ein Sprecher am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Der Friedensgruß in den Gottesdiensten solle nicht durch Händeschütteln, sondern nur durch Zunicken erfolgen. Weiter sind die Gemeinden angehalten, dass Kommunionausteiler die Hostien ausschließlich in die Hand und nicht in den Mund legen.

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hatte seinen Gemeinden am Mittwoch empfohlen, dass sich Gottesdienstbesucher beim Friedensgruß bis auf weiteres nicht die Hände reichen. Außerdem sollen die Weihwasserbecken geleert werden und Kommunionausteiler die Hostie in die Hand und nicht in den Mund legen. So will die Diözese der erhöhten Infektionsgefahr begegnen.

Bischofskonferenz gibt Tipps zum Schutz vor Coronavirus

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den Bistümern unterdessen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus empfohlen. "Die Zahl der in Deutschland an dem neuen Virus Erkrankten hat zugenommen. Jeder Einzelne und die im öffentlichen Bereich Verantwortlichen sind aufgefordert, der Ansteckung entgegenzuwirken. Dies gilt auch für den Bereich der Kirche", heißt es in einem am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Schreiben. Als Grundregel gelte, dass bei Verdacht auf eine Erkrankung auf die Teilnahme an Gottesdiensten und das Ausüben liturgischer Dienste verzichtet werden sollte.

Zudem empfahl die Bischofskonferenz weitere Einzelmaßnahmen: Priester und Kommunionhelfer sollten sich die Hände waschen und Desinfektionsmittel verwenden. Zudem sei wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos die Handkommunion zu empfehlen, Kelchkommunion und Mundkommunion verlangten besondere Vorsicht. "Dasselbe gilt für den Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmung) beim Friedenszeichen nach dem Friedensgruß des Priesters", heißt es. Ratsam sei außerdem Zurückhaltung bei der Nutzung des Weihwasserbeckens in den Kirchen.

Die Bischofskonferenz betonte zugleich, dass im kirchlichen Bereich zwar verantwortlich gehandelt, "aber eine überzogene Ängstlichkeit vermieden werden" sollte. Unterdessen bestätigten mehrere Bistümer, dass sie die Hinweise der DBK umsetzen werden.

Hildesheim: Kein Händedruck zum Friedensgruß

Wegen des Coronavirus empfiehlt nun auch das Bistum Hildesheim seinen Gemeinden besondere Vorsichtsmaßnahmen. In einem Schreiben an die Mitarbeiter lege Generalvikar Martin Wilk nahe, in den Gottesdiensten auf das Händereichen zum Friedensgruß zu verzichten, sagte ein Sprecher am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Weihwasserbecken in den Kirchen sollten aufgrund akuter Ansteckungsgefahr leer bleiben. Bei der Austeilung der Kommunion sollten die Hostien ausschließlich in die Hand und nicht in den Mund gelegt werden.

Weiter rufe der Generalvikar dazu auf, die von den Gesundheitsämtern veröffentlichten Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen, insbesondere das regelmäßige Händewaschen.

Coronavirus-Maßnahmen im Erzbistum Hamburg

Wegen des Coronavirus rät auch das Erzbistum Hamburg zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Unter anderem sollten die Weihwasserbecken in den Kirchen aufgrund der Ansteckungsgefahr leer bleiben, heißt es in einem am Donnerstag versandten Schreiben an die katholischen Gemeinden in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Statt des üblichen Händedrucks beim Friedensgruß in Gottesdiensten empfiehlt das Erzbistum den Austausch freundlicher Blicke. Bei der Austeilung der Kommunion sollten die Hostien ausschließlich in die Hand und nicht in den Mund gelegt werden.

Weiter heißt es: "Gemeindemitglieder, die sich unwohl fühlen oder Symptome wie Husten, Atemnot oder Fieber aufweisen, sollten dem Gottesdienst fernbleiben." Dies gelte besonders für Priester, Messdiener, Küster und weitere Engagierte.

Erzbistum Paderborn: Auf Weihwasser und Friedensgruß verzichten

Aufgrund des Coronavirus empfiehlt nun auch das Erzbistum Paderborn seinen Gemeinden, auf Weihwasser in den Kirchen zu verzichten. Das gelte ebenso für den Händedruck beim Friedensgruß in den Gottesdiensten, teilte die Erzdiözese in Paderborn mit. Kommunionausteiler sollen in den Gottesdiensten die Hostie in die Hand und nicht in den Mund legen. Ähnlich haben bereits andere katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen reagiert.

Das Erzbistum verwies zudem darauf, dass Priester und Kommunionhelfer vor ihrem Dienst die Hände gründlich waschen sollten. Die Benutzung eines Desinfektionssprays sei empfehlenswert. Im kirchlichen Bereich solle im Hinblick auf das Virus "verantwortlich gehandelt, aber eine überzogene Ängstlichkeit vermieden werden", hieß es.

Jerusalemer Patriarchat erlässt Regeln wegen Coronavirus

Angesichts des sich rasch verbreitenden Coronavirus' hat auch das Lateinische Patriarchat von Jerusalem besondere Verhaltensregeln für die Feier von Gottesdiensten erlassen. Die am Donnerstag veröffentlichten Maßnahmen sehen unter anderem vor, von Mundkommunion abzusehen sowie die Weihwasserbecken zu leeren.

Empfohlen wird ferner, außer im Fall von Gläubigen mit der durch Glutenunverträglichkeit ausgelösten Erkrankung Zöliakie keine Kelchkommunion zu erteilen. Die besondere Situation des Heiligen Landes zeichne sich durch Tausende Pilger aus aller Welt aus, die teilweise auch in Kontakt mit den ortskirchlichen Gemeinden kämen, so das Schreiben.

Sowohl die israelischen wie auch die palästinensischen Behörden haben ihre Bürger laut Medienberichten am Donnerstag dazu aufgerufen, von Auslandsreisen abzusehen sowie auf unbestimmte Zeit keine internationalen Veranstaltungen abzuhalten. In Israel befinden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums gegenwärtig 1.533 Bürger unter Quarantäne. Fünf unter Quarantäne gestellte Palästinenser wurden unterdessen wieder entlassen.

Israelis, die aus Italien, China, Hongkong, Thailand, Macao, Singapur, Südkorea oder Japan zurückreisen, werden 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Die Einreise von Bürgern der genannten Länder ist verboten. Die palästinensischen Behörden weiteten die Einreise- und Quarantänebestimmungen zusätzlich auf Irak, Iran, Syrien und Libanon aus.

Vergangene Woche waren Teilnehmer einer südkoreanischen Reisegruppe nach ihrer Rückkehr aus dem Heiligen Land positiv auf das Virus getestet worden. Die örtlichen Behörden stellten daraufhin Heiliglandbewohner unter Quarantäne, die möglicherweise mit den infizierten Pilgern in Kontakt gekommen waren.

Katakomben in Italien wegen Coronavirus geschlossen

Unterdessen hat der Vatikan sämtliche ihm unterstehenden Katakomben in Italien wegen des Coronavirus bis auf weiteres geschlossen. Das bestätigte auf Nachfrage am Donnerstag Pasquale Iacobone von der Päpstlichen Archäologie-Kommission. Man hoffe aber, sie "in einigen Tagen" wieder öffnen zu können.

In den meist engen und feuchten Katakomben bestehe bei großen Besuchergruppen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Man habe sich zu der Maßnahme entschlossen, weil auch Gruppen aus betroffenen Gebieten in Norditalien unter den Besuchern gewesen seien, so Iacobone. Um niemanden zu diskriminieren, blieben die Ausgrabungen nun für alle geschlossen.

Dies gilt für alle Katakomben in und um Rom wie auch für jene in anderen Teilen Italiens, die ebenfalls der Verwaltung des Heiligen Stuhls unterstehen. So gibt es derartige unterirdischen Grabstätten in Latium, Kampanien, Umbrien, in den Abruzzen sowie auf Sizilien und Sardinien.

(KNA, MHDK)

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