Archivbild: Rainer Maria Kardinal Woelki bei der Synodalversammlung am 31. Januar 2020
Rainer Maria Kardinal Woelki bei der Synodalversammlung am 31. Januar 2020

04.02.2021

Synodaler Weg blickt auch auf das Erzbistum Köln Kardinal Woelki räumt Fehler ein

Das Präsidium des kirchlichen Reformprojekts Synodaler Weg hat sich kritisch über die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln geäußert. Derweil gab der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eine Erklärung ab und gab Fehler zu.

"Die Vorgänge im Erzbistum Köln um die Bestellung, Nichtveröffentlichung und Neuvergabe von Gutachten haben dazu geführt, dass Viele am Willen kirchlicher Autoritäten zu vorbehaltloser Aufklärung zweifeln. Unabhängig von der Frage des guten Willens der Beteiligten, unabhängig von Absichten, Motiven und der Einschätzung einzelner Sachverhalte: Es sind erhebliche Irritationen entstanden und es ist ein Verlust an Vertrauen eingetreten, der nur schwer wieder behoben werden kann", heißt es in einer am Donnerstag bekannt gewordenen Erklärung des Präsidiums - unmittelbar vor Beginn der zweitägigen Digitalkonferenz des Reformdialogs mit rund 230 Synodalen.

Kardinal Woelki erklärt sich

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erklärte dazu: "Mir ist schmerzlich bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Als einer der ersten, die einen Betroffenenbeirat eingerichtet haben und eine unabhängige Untersuchung mit Namensnennung in Auftrag gegeben haben, haben wir, habe ich Fehler gemacht."

Ziel bleibe aber weiterhin, den Betroffenen eine Stimme zu geben und ihnen "ein Stück Gerechtigkeit zukommen zu lassen mit einer Untersuchung, die Namen und Verantwortliche benennt". Dieses "Versprechen" werde man mit der Veröffentlichung eines neuen Gutachtens am 18. März einlösen. "Danach werden die Betroffenen und anschließend auch jeder Interessierte Einblick in das erste Gutachten erhalten. Den Vergleich scheuen wir nicht", betonte der Kölner Erzbischof.

In dem Präsidiums-Brief, den unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, unterzeichnet haben, heißt es: "Rechtsverstöße, pflichtwidriges Verhalten und Verfahrensfehler müssen überall rechtskonform und ohne Ansehen der Person geahndet werden." Strukturen, die Vertuschung ermöglicht hätten, müssten aufgedeckt und beseitigt, die Namen der Verantwortlichen genannt, die Ergebnisse der Untersuchungen öffentlich gemacht werden.

"Transparenz und Verantwortung"

Zu möglichen Rücktritten auch von Bischöfen schreibt das Präsidium in dem mit "Transparenz und Verantwortung" überschriebenen Papier: "Alle, die in der Kirche Leitung ausüben, müssen die Konsequenzen tragen und sie gegebenenfalls auch selbst ziehen, wenn sie im Umgang mit Missbrauch Recht gebrochen, Pflichten verletzt oder gravierende Fehlentscheidungen getroffen haben. Dabei kann auch ein Rücktritt kein Tabu sein." Die Verantwortlichen müssten sich an den "rechtlichen, kirchenrechtlichen, moralischen und geistlichen Ansprüchen messen lassen, die mit ihren Ämtern verbunden sind".

Das Erzbistum Köln ist in den vergangenen Wochen in eine Krise geraten, nachdem Erzbischof Rainer Maria Woelki ein Gutachten über den Umgang kirchlicher Leitungspersonen mit Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche nicht veröffentlicht hat. Kritiker werfen dem Kardinal vor, er habe damit eine unabhängige Aufarbeitung behindert, außerdem habe er selbst in einem konkreten Fall einen Missbrauchsverdacht nicht nach Rom gemeldet.

(KNA)

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