Carolin Kebekus
Carolin Kebekus

14.07.2020

kfd-Bundesvorsitzende lädt Carolin Kebekus zum Gespräch ein "Wir wollen nicht nur Käsekuchen teilen"

In ihrer Show hat Carolin Kebekus der katholischen Kirche Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands lädt sie nun zum Gespräch ein. Was man sich davon erhofft, erklärt kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil.

DOMRADIO.DE: Haben Sie schon eine Antwort bekommen von Frau Kebekus?

Mechthild Heil (CDU-Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands): Nein, so schnell haben wir noch keine Antwort bekommen. Aber ich bin mir sicher, wir werden eine Antwort bekommen.

DOMRADIO.DE: Wie kamen Sie denn auf die Idee, Frau Kebekus zum Gespräch einzuladen?

Heil: Im katholischen Raum haben das Video natürlich alle gehört. Ich kann auch sagen: Wir waren auch recht froh darüber. Wir haben auch viel darüber gelacht, weil es im Kern natürlich eine Aussage ist, die auch unserer Aussage entspricht.

Das ist eine junge Frau, die viel in der Welt herumgekommen ist, die gut recherchiert hat. Da interessiert mich schon, was sie so denkt, wie sie zu ihrer Erkenntnis kommt und mit wem sie gesprochen hat. Ich glaube, wir haben viele Themen, über die wir sprechen können.

DOMRADIO.DE: Sie hat ja in Ihrer Show auch vorab vor diesem Video gesagt, dass sie ja schon auch katholische Wurzeln hat, zwar aus der Kirche ausgetreten ist, aber sich schon noch in gewisser Weise zumindest dann doch noch mit der Kirche verbunden fühlt, oder?

Heil: Ich glaube, wenn die sich nicht so tief verbunden fühlen würde, würde sie das auch gar nicht so gemacht haben können. Man spürt ja schon, dass es ihr ein Anliegen ist. Wenn es ihr egal wäre, warum sollte sie das Thema dann aufgreifen?

Das ist eigentlich das Interessante daran, dass es eine Frau ist, die so in der Öffentlichkeit steht, die sagt: Ich steh zur Kirche – und Frauen, warum tut ihr da nichts? Oder: Warum ändert ihr das nicht? Und vor allen Dingen natürlich auch ihr Männer in der Kirche.

DOMRADIO.DE: Da schauen wir mal ein bisschen auf das Video. Was hat Ihnen denn da gefallen und was vielleicht auch nicht so ganz? Würden Sie auch sagen, sie schießt da an der einen oder anderen Stelle über das Ziel hinaus?

Heil: Eine Satirikerin darf das. Die darf auch mal übers Ziel hinaus schießen, das finde ich gar nicht so schlimm. Ich finde es super toll, dass sie sagt: Frauen, vereinigt unsere Stimmen. Das kommt im Lied vor und das kommt natürlich auch bei ihr in der Sendung vor.

Das sagt im Grunde, was wir immer sagen: Wir sind nur gemeinsam stark. Jeder kommt aus einer anderen Richtung – wir aus einem katholischen Verband, der fast hundert Jahre alt ist. Wir kämpfen da schon sehr lange dran, und dann ist das für uns natürlich total klasse, wenn jemand von außen kommt und sagt - was heißt von außen, die ja auch immer noch katholisch, wenn auch nicht mehr zugehörig zur Kirche ist, die sagt: Ich stehe an eurer Seite und ich kämpfe für das gleiche Ziel.

DOMRADIO.DE: Sie hat außerdem auch Bezug genommen auf die Forderung der Bewegung Maria 2.0 nach mehr Rechten für Frauen in der Kirche. In Zukunft, sagte sie, würden vermutlich noch viele weitere Frauen aus der Kirche austreten, obwohl sie eigentlich bleiben wollten, in ihren Gemeinden tief verwurzelt seien und ihren Glauben leben wollen. Wie will die Kirche mit diesem Spagat umgehen und was fordern sie auch als katholischer Frauenverband?

Heil: Wir fordern, dass wir endlich auch Verantwortung für unsere Kirche übernehmen dürfen. Dass wir, wie sie das sagt, nicht "nur Käsekuchen teilen", sondern auch Verantwortung gleichberechtigt geteilt werden kann in der Kirche. Und es werden viele Frauen austreten, wie das übrigens ja Männer auch tun.

Aber Frauen, die drin sind, die noch drin bleiben wollen, die haben ja noch die Hoffnung, dass sich innerhalb der Kirche etwas ändert. Und wenn wir verlieren, dann hat die katholische Kirche zumindestens bei uns in der westlichen Welt wirklich verloren. Das wollen wir nicht, zumindestens wir Frauen, die noch dabeigeblieben sind. Das geht nur, wenn wir ein Zeichen sehen, dass man uns ernst nimmt und uns auch Verantwortung überträgt, die wir sicherlich gut tragen können.

DOMRADIO.DE: Sie haben ja auch schon gesagt, Frau Kebekus hat ganz gut recherchiert. Sie hat nämlich z.B. auch Papst Johannes Paul II. erwähnt, der 1994 erklärt hatte, die Kirche habe keine Befugnis, Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Das lässt sich doch vielleicht aber auch ändern, oder? Das ist so ein bisschen durchgeklungen in dem Video.

Heil: Klar lässt sich das ändern. Das ist ja in der neueren Geschichte erst so, dass die Päpste immer auf das aufbauen, was der vorangegangene Papst und die Päpste davor gemacht haben. Es gab Jahrhunderte in unserer kirchlichen Geschichte, da hat sich der nächste Papst überhaupt nicht darum gekümmert, was der Vorgänger gemacht hat. Das ist klar. Also ist das ja auch nicht bei uns festgeschrieben. Das ist noch nicht mal eine Tradition, sondern das kann man machen. Da steht nichts dagegen.

Man kann immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommen – und das hoffen wir auch, dass unsere Stimmen so stark sind, dass die ganze Kirche zu neuen Erkenntnissen kommt. Und dass sie einfach einsieht, dass man uns Frauen nicht verlieren darf, dass wir mitten in die Kirche gehören.

DOMRADIO.DE: Kritik gab es dagegen von der Katholikinnen-Initiative Maria 1.0. Deren Gründerin Johanna Stöhr sagte: "Wie kann man für Frauen ein heiliges Amt einfordern wollen, während man gleichzeitig zeigt, dass einem nichts heilig ist?" Sie kritisiert da diese Art und Weise schon sehr, mit der Frau Kebekus dieses Thema dargestellt hat. Wie sehen Sie das?

Heil: Sie muss vielleicht einfach auch nur tolerant sein, dass es eben Frauen gibt, die finden das klasse, auch zu dienen, und das ist für jeden auch gut. Aber es gibt eben auch Frauen, die wollen was bewegen, indem sie Verantwortung übernehmen. Und das ist in einer dienenden Rolle meist sehr schwierig.

 

(DR)

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