Symbolbild Geld und Kirche
Symbolbild Geld und Kirche
Papst Franziskus
Papst Franziskus in der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan

08.04.2021

Papst mahnt bei IWF und Weltbank zu Schuldenerlass "Ein globaler Plan ist notwendig"

Papst Franziskus hat beim Frühjahrstreffen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds einen Schuldenerlass für ärmere Länder gefordert. Dies sei ein Gebot globaler Solidarität und erleichtere den Staaten einen Zugang zu Corona-Impfstoffen.

Das Kirchenoberhaupt schlug in seiner am Donnerstag veröffentlichten Botschaft eine Erhebung der "ökologischen Schulden" der Industriestaaten vor. Diese seien durch die Kostenübernahme für nachhaltige Entwicklung im globalen Süden zu begleichen.

Solidarität und gerechte Teilhabe

Nachdrücklich mahnte der Papst eine "gerecht finanzierte Impfsolidarität" an. Marktgesetze dürften nicht den Vorrang vor der allgemeinen Gesundheit haben. Franziskus appellierte erneut an Regierungen, Unternehmen und internationale Organisationen, in der Bereitstellung von Vakzinen vor allem für den Bedürftigsten zusammenzuarbeiten.

Pläne für eine globale Erholung nach der Pandemie müssten "neue, inklusivere und nachhaltigere Lösungen" zur Unterstützung der Realwirtschaft und der Hilfe für Benachteiligte enthalten, verlangte der Papst. Wenn die Welt besser, menschlicher und solidarischer aus der Krise herauskommen wolle, gelte es "neue und kreative Formen der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Teilhabe" zu entwerfen. Dabei müssten auch die Armen eine Stimme haben.

"Solidarität verlangt mehr als gelegentliche Akte von Großzügigkeit"

Gegenüber nationalen Wiederaufbauplänen bestehe die "dringende Notwendigkeit für einen globalen Plan", so Franziskus. Er warb für ein internationales Netzwerk für eine umfassende Entwicklung. Darin müssten ärmere und weniger entwickelte Länder an Entscheidungsprozessen beteiligt sein und Zugang zum internationalen Markt erhalten.

Franziskus wandte sich gegen eine Abkopplung öffentlicher Gelder vom öffentlichen Nutzen. Auch Gesetze und Regulierungen für die Finanzmärkte müssten auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein. "Die Verpflichtung zu ökonomischer, finanzieller und sozialer Solidarität verlangt daher weit mehr als gelegentliche Akte von Großzügigkeit", schrieb der Papst an die Teilnehmer des Treffens.

(KNA)

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