Papst Franziskus bei der Fußwaschung
Papst Franziskus bei der Fußwaschung
Ostersonntag in Rom
Ostersonntag in Rom

02.04.2018

Papst will Pilgern in Rom den Kern des Glaubens nahelegen Mit der Kraft der Hoffnung gegen Terrorwarnung und Konflikte

Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen kamen fast ebenso viele Pilger nach Rom wie in den Vorjahren. Zu stimmungsvollen Feiern mit einem Papst, der in seinen Ansprachen nicht locker ließ.

Ostersonntag auf dem Petersplatz: perfekte Kulisse unter strahlend blauem Himmel. Die Stufen vor der größten Kirche der Christenheit haben holländische Blumenexperten in einen blühenden Garten verwandelt. Kardinäle in Rot, Schweizer Gardisten, Diplomaten, Jugendgruppen, Familien, Ordensleute – alle warten auf den Papst. Vergessen die Militärfahrzeuge an den gesperrten Zufahrtsstraßen, die aufwendigen Taschenkontrollen weit vor dem Petersplatz. So soll es sein.

Doch Franziskus will nicht, dass den 80.000 Pilgern und Touristen vor großartiger Kulisse nur eine Show geboten wird, auf Zehntausenden Smartphones geknipst, gefilmt und in Netzwerken geteilt. Immer wieder will er wissen: "Was machst du aus dem, was wir hier feiern?" Er stellt die Frage in seiner kurzen Predigt in der Messe. Entwickelt daraus, bevor er den Segen "Urbi et orbi" erteilt, Forderungen an die Verantwortlichen für die Konflikte dieser Welt.

Die Hoffnung bringt Kraft zur Erneuerung

Für die Konfliktgebiete, die er in seiner Osterbotschaft aufzählt – Syrien, Heiliges Land, Jemen, Kongo, Ukraine oder Venezuela – bittet Franziskus seit Jahren um Frieden. Ob eine gewisse Müdigkeit in seiner Stimme daraus resultiert oder aus dem strammen Programm der Karwoche, ist nicht auszumachen. Die Grundlage seiner Forderungen jedenfalls formuliert er deutlich: "Wir Christen glauben und wissen, dass die Auferstehung Christi die wahre Hoffnung der Welt ist." Und die Kraft aus dieser Hoffnung erneuere die Welt. Dazu hatte Franziskus am Mittwoch in der Generalaudienz noch einmal geduldig erklärt, was in der Kar- und Osterwoche gefeiert wird.

Schon zu Beginn der Woche, am Palmsonntag, hatte er junge Menschen gemahnt: "An euch liegt es, euch für das 'Hosanna' des Sonntags zu entscheiden, um nicht dem 'Kreuzige ihn!' des Karfreitags zu verfallen. Es liegt an euch, nicht zu schweigen, wenn die Welt schweigt und ihre Freude verliert." Im Gottesdienst hatten ihm die 300 Delegierten der einwöchigen Vorsynode – die eigentliche Synode zum Thema Kirche und Jugend folgt im Oktober – ein Dokument überreicht, in dem sie ihre Lebenslagen, Anliegen und Fragen zusammengestellt haben. Dies soll für die Bischofssynode im Herbst als Grundlage dienen.

Jungen Menschen Mut machen

An die Jugend wandte sich am Karfreitag im Petersdom auch der vatikanische Hausprediger Raniero Cantalamessa. Junge Menschen sollten "gegen den Strom schwimmen". Indem sie für Arme, Schwache, Verspottete einträten, widersetzten sie sich der Welt des Egoismus, die so von Gott nicht gewollt sei. Viele Jugendliche haben das längst begriffen.

Etwa jene römischen Oberschüler, die für den spätabendlichen Kreuzweg am Kolosseum die Texte zu den 14 Kreuzwegstationen verfasst hatten. Darin beschrieben sie ihre Gefühle und Gedanken angesichts des Leidens Jesu, erinnerten an Gleichgültigkeit angesichts alltäglicher Ungerechtigkeit, an das Leid von Müttern, die um ihre Kinder weinen, aber auch an Spott und Hass in sozialen Netzwerken.

Die Kreuzwegandacht am antiken Amphitheater im Schein tausender Kerzen und Fackeln war auf ganz andere Art als der Ostersonntag einer der stimmungsvollsten Momente dieser Woche. Trotz kühl-feuchter Witterung und massiver Sicherheitskontrollen kamen dazu 20.000 Gläubige. Unter denen, die das Kreuz trugen, befanden sich auch eine Familie aus Syrien sowie irakische Ordensfrauen, die vor dem Krieg fliehen mussten.

Papst Franziskus wäscht Häftlingen die Füße

Nachdem Franziskus in der Chrisammesse am Gründonnerstagmorgen seine Priester zu mehr Volksnähe aufgefordert hatte – "ein guter Priester ist jener, der mit allen redet" –, begab er sich nachmittags in Roms Stadtgefängnis "Regina Coeli". Dort feierte er den Abendmahlsgottesdienst und wusch zwölf Häftlingen die Füße – für die Medien eine Attraktion. Manch traditionell gesinntem Katholiken ist diese Demutsgeste am Tag der Einsetzung der Eucharistie zu aufdringlich. Doch bei den Adressaten kam sie an.

Gänzlich still wurde es in den Zellentrakten, als der Papst sich hinkniete und den Männern die Füße wusch und küsste. Die rund 1.000 Häftlinge forderte Franziskus genauso auf, aus der Vergebung, die Gott gewähren wolle, Konsequenzen zu ziehen: "Wer Chef sein will, soll anderen dienen." Für die Rangordnung hinter Gittern eine brisante Korrektur. Hier war sie wieder: Franziskus' Frage an jene, die an einer Papst-Feier teilnehmen können: "Was machst du aus dem, was wir hier feiern?" Die Botschaft Christi gilt bis heute. Also geh und handle ebenso. Du kannst das.

Roland Juchem
(KNA)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.07.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Erzbistum Hamburg sucht Lösungen für katholische Lehrer
  • Urlauberseelsorger Schrödel hilft bei Krisen und Konflikten in Hurghada
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Kölner Caritas-Zentrum
  • Urlaubsseelsorge in Ägypten
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Reliquienprozession durch die Düsseldorfer Altstadt
  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Kinotipp
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Reliquienprozession durch die Düsseldorfer Altstadt
  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Kinotipp
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Albanische Pflegeschülerin soll abgeschoben werden
  • Römisch-Germanisches Museum in Köln präsentiert neue Fundstücke
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Albanische Pflegeschülerin soll abgeschoben werden
  • Römisch-Germanisches Museum in Köln präsentiert neue Fundstücke
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Urlaubsseelsorge in Ägypten
  • Erzbistum Hamburg sucht Lösungen für katholische Lehrer
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    20.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 12,1–8

  • Heilige Wilgefortis
    20.07.2018 09:20
    Anno Domini

    Die Heilige Kümmernis

  • Matthäusevangelium
    21.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 12,14–21

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen