Leuchtende Osterkerze
Leuchtende Osterkerze
Jan Hendrik Stens
Jan Hendrik Stens

03.04.2018

Katholiken feiern das Fest der Auferstehung bis Pfingsten Ostern ist längst nicht vorbei

Die großen Feierlichkeiten der Kar- und Ostertage liegen hinter uns, und dennoch dürfen wir uns noch immer ein frohes Osterfest wünschen. Denn vorbei, sagt DOMRADIO.DE-Liturgieexperte Jan Hendrik Stens, ist Ostern noch lange nicht.

DOMRADIO.DE: Wie lange feiern wir als Katholiken Ostern?

Jan Hendrik Stens (Liturgieredaktion DOMRADIO.DE): Ja, die Osterzeit dauert genau 50 Tage, also bis Pfingsten. Und in der Zeit kann man sich auch Frohe Ostern wünschen, wobei man sich gegen Ende eher frohe Pfingsten wünscht.

DOMRADIO.DE: Ähnlich wie die Frage, wie lange man sich ein frohes neues Jahr wünscht...

Stens: Ja genau, also der Übergang ist fließend.

DOMRADIO.DE: Die Liturgie sagt uns, dass jeder einzelne Tag bis zum Weißen Sonntag ein Hochfest ist. Es sind aber Wochentage - wie drückt sich das aus?

Stens: Das hängt damit zusammen, dass das große Vorbild des Osterfestes das jüdische Passahfest ist. Das ist die historische Vorlage von den Geschehnissen, was in Jerusalem vor bald 2000 Jahren stattgefunden hat. Und das jüdische Passahfest dauert auch acht Tage, das ist also ein Fest, das so wichtig ist, dass es acht Tage hindurchgefeiert wird. Und nach diesem Vorbild feiern wir unsere ganz großen Festen, eben auch acht Tage, eine Oktav lang. Und diese Osteroktav geht vom Ostersonntag bis zum so genannten Weißen Sonntag, eine ganze Woche lang ist dieser eine Sonntag verachtfacht. Und so kann man sagen, dass in dieser Woche jeder Tag ein Sonntag ist. 

DOMRADIO.DE: Wie kann ich das begehen?

Stens: Da es eine liturgische Einheit ist, ist es sinnvoll, in irgendeiner Form an der Liturgie der Kirche teilzunehmen, also ob man das jetzt mit dem Stundengebet macht... Da ist es tatsächlich so, dass jeden Morgen die Laudes - das Morgengebet - die Psalmen und die Antiphonen - immer identisch sind. Immer gleich. Ebenso verhält es sich mit den Psalmen und Antiphonen der Vesper, des Abendgebets, die auch eine Woche lang die gleichen sind. Und auch die Komplet (Nachtgebet) ist immer die gleiche, immer die vom Sonntag. Und die Messfeiern in der Kirche sind immer mit dem Gloria, jeden Tag. Und jeden Tag hören wir eine andere Episode aus den Evangelien von der Auferstehung, wie Jesus dann auch den Zwölf oder Maria Magdalena begegnet ist. 

DOMRADIO.DE: Bei orthodoxen Christen ist ja erst am kommenden Sonntag der Ostersonntag, warum ist das noch mal so, dass die manchmal zu einem anderen Zeitpunkt als wir Ostern feiern?

Stens: Das hängt damit zusammen, dass wir in der Westkirche nach dem gregorianischen Kalender feiern. Es hatte im 16. Jahrhundert eine Kalenderreform gegeben, und die Ostkirche, die zu diesem Zeitpunkt schon von uns getrennt war, die richtet sich noch nach dem alten julianischen Kalender, der auf Julius Cäsar zurückgeht. Und daher kommt es hier immer wieder zu unterschiedlichen "Osterzeitpunkten". Es gibt aber auch Jahre, da ist der Ostertermin gemeinsam wie zum Beispiel im vergangenen Jahr. Das nächste Mal wird es wieder 2025 so sein. Das kann also tatsächlich um einige Wochen voneinander abweichen und in diesem Jahr ist es genau eine Woche, also wir begegnen uns am Weißen Sonntag. Das ist unser letzter Oktav-Tag, das ist dann bei den Orthodoxen der erste. Eine leichte Überschneidung haben wir also in diesem Jahr.

DOMRADIO.DE: Für uns ist dann der nächste Höhepunkt im Kirchenjahr, auf den wir uns freuen können, Christi Himmelfahrt. Was machen wir bis dahin?

Stens: Ostern feiern! Christi Himmelfahrt ist ja der 40. Tag, also 40 Tage nach der Auferstehung, in dieser Zeit hören wir in den Lesungstexten sehr viel von den Abschiedsreden Jesu an seine Jünger. Und das ist die Zeit, wo der Auferstandene noch leibhaftig auf dieser Erde weilt und den Jüngern dann am Himmelfahrtstag den Auftrag gibt, in alle Welt zu gehen und alle Völker zu Jüngern zu machen (vgl. Mk 16). Und Pfingsten kommt dann der Heilige Geist, den er aussendet.

Das Gespräch führte Uta Vorbrodt.

(DR)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 25.05.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit
  • Irland stimmt über Abtreibung ab
  • Neue Datenschutzgrundverordnung in der EU
  • Glaubensfragen an Weihbischof Schwaderlapp
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Mönchen Gladbacher Ehepaar rettet über 650 Kirchenfenster
  • Bündnis Gemeinsam für Afrika protestiert: "Sklavenmarkt" auf dem Bahnhofsvorplatz
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Mönchen Gladbacher Ehepaar rettet über 650 Kirchenfenster
  • Bündnis Gemeinsam für Afrika protestiert: "Sklavenmarkt" auf dem Bahnhofsvorplatz
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Nach 45 Jahren: "Hotzenplotz und die Mondrakete"
  • "Mess op Kölsch" am Dreifaltigkeitssonntag
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Nach 45 Jahren: "Hotzenplotz und die Mondrakete"
  • "Mess op Kölsch" am Dreifaltigkeitssonntag
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen