Thomas Sternberg und Kardinal Reinhard Marx
Thomas Sternberg und Kardinal Reinhard Marx
Synodaler Weg
Synodaler Weg

11.02.2020

Thomas Sternberg zum Rückzug von Kardinal Marx "Es hat mich schon sehr erschrocken"

Mit Bestürzung reagiert der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken auf den Rückzug von Kardinal Marx. Besonders die Zusammenarbeit für den Synodalen Weg hat die beiden geprägt. Gibt es da nun Konsequenzen?

DOMRADIO.DE: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, tritt nicht zur Wiederwahl an. Kam diese Meldung für Sie überraschend? Wie haben Sie reagiert?

Prof. Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken / ZdK): Ich habe es von ihm gehört und es hat mich schon sehr erschrocken und auch etwas bestürzt, obwohl ich natürlich mit großem Respekt und Anerkennung auch die Gründe aufnehme, die ihn dazu bewogen haben.

Schließlich hat er neben seiner Tätigkeit als Erzbischof eines sehr großen Bistums auch sehr wichtige Aufgaben in Rom zu erfüllen. Er gehört zum engsten Kreis der Reformer um Papst Franziskus. In diesem Kreis wird er weiterhin sehr wichtige Aufgaben wahrnehmen.

DOMRADIO.DE: Es machte immer den Eindruck, als hätten sie beide auch gut zusammengearbeitet. Sie haben sich gut verstanden, oder?

Sternberg: Wir verstehen uns auch nach wie vor sehr gut. Wir waren vor vielen Jahrzehnten Kollegen, als er als Leiter der Kommende in Dortmund (Anm. d. Red.: Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn) anfing und ich mein Amt als Leiter der katholisch-sozialen Akademie in Münster antrat. Wir haben uns über die ganzen Jahrzehnte immer sehr gut verstanden und nicht zuletzt jetzt in der Vorbereitung und Durchführung des Synodalen Wegs war das eine außerordentlich vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit.

DOMRADIO.DE: Die Frage stellt sich natürlich: Wie geht es denn mit dem Synodalen Weg weiter? Kardinal Marx ist maßgeblich mitverantwortlich dafür gewesen, dass dieser Prozess in Gang gekommen ist. Was heißt das jetzt für die Zukunft dieses Reformprozesses?

Sternberg: Ich glaube, dass dieser Reformprozess so gut begonnen hat und auch installiert worden ist, dass er natürlich weitergehen wird. Die sehr, sehr große Mehrheit der Mitglieder der Synodalversammlung ist auch dieser Meinung und geht diesen Weg weiter, trotz einiger weniger Querschüsse. Aber ich glaube, dass da wirklich Pflöcke eingeschlagen sind, die jetzt auch weitergetragen werden können. 

Auch wenn er nicht Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, bleibt er dem Synodalen Weg ja erhalten. Insofern glaube ich, dass dieser Weg gut weitergehen wird.

DOMRADIO.DE: Im Moment scheint es Dissonanzen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland zu geben. Es gab Kritik am Synodalen Weg, aber auch gegen die Person Kardinal Marx. Kann so etwas auch eine Rolle bei der Entscheidung spielen, nicht wieder für eine Wahl anzutreten?

Sternberg: Es sind keine Blöcke, die sich da gegenüberstehen. Das wird manchmal in der Öffentlichkeit so dargestellt, aber es sind keine zwei Blöcke, sondern es gibt eine überwältigende Mehrheit. Daneben gibt es einige wenige, denen die ganze Richtung nicht passt.

Aber ich glaube, dass dieses neue Bild von Kirche, das auch die erste Synodalversammlung in Frankfurt gezeigt hat, noch einmal eine Überzeugung deutlich macht, die auch Reinhard Kardinal Marx in seiner ganzen Arbeit immer wieder verkörpert. Und zwar ist das ein demokratisches Bewusstsein und ein Stehen mitten in der Welt, das nicht im Gegensatz zu einer Kirchenmitgliedschaft steht.

DOMRADIO.DE: Jetzt gehen natürlich Personalspekulationen los. Kardinal Marx ist ein Fürsprecher für die Anliegen der katholischen Laien. Was wird sein Nachfolger brauchen, um das vielleicht auch fortführen zu können?

Sternberg: Ich denke es ist eine Überzeugung, die in der Deutschen Bischofskonferenz mittlerweile eine allgemeine ist und zwar, dass wir nur gemeinsam Kirche sein können und wir nur gemeinsam wieder für Vertrauen und Glaubwürdigkeit in der katholischen Kirche in Deutschland werben können. 

(DR)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 23.10.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Corona: Kommen erneut die Besuchsverbote in Alten- &Pflegeheimen?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Basilika Minor - St. Ursula schließt Festwoche ab
  • Warum die Krankensalbung mehr ist als die "Letzte Ölung"
  • Pater Jacques Mourad über seine Geiselhaft beim IS
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • 100 Jahre Basilika Minor - St. Ursula schließt Festwoche ab
  • Warum die Krankensalbung mehr ist als die "Letzte Ölung"
  • Pater Jacques Mourad über seine Geiselhaft beim IS
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Das Heilige Jahr in Santiago de Compostela

Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit „ne Bergische Jung“ Willibert Pauels! Jetzt anmelden für Juli 2021!

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…