Besuchergruppe im Kölner Dom
Besuchergruppe im Kölner Dom
Msgr. Robert Kleine
Msgr. Robert Kleine

28.02.2020

Kölner Dom ergreift Maßnahmen wegen Coronavirus 20.000 Besucher am Tag

Täglich besuchen rund 20.000 Menschen den Kölner Dom. Verständlich, dass sich die Verantwortlichen Gedanken machen, wie man angesichts des sich verbreitenden Coronavirus Vorsichtsmaßnahmen treffen kann. Der Domdechant erklärt sie.

DOMRADIO.DE: Jeden Morgen wird sonst das Wasser in den Weihwasserbecken im Kölner Dom ausgetauscht. Das war an diesem Freitagmorgen anders, oder?

Monsignore Robert Kleine (Kölner Dom- und Stadtdechant): Richtig. Eine der Maßnahmen, um eine Verbreitung oder eine Übertragung des Coronavirus zu vermeiden, ist, dass wir jetzt auf absehbare Zeit auf das Wasser in den Weihwasserbecken am Eingang des Domes verzichten.

Es ist ein sinnvolles und sinnfälliges Zeichen, dass man beim Betreten der Kirche seine Finger dort einhaucht und sich an die Taufe erinnert, sich bekreuzigt. Aber bei täglich 20.000 Touristen aus aller Herren Länder ist das sicherlich eine gute Maßnahme.

DOMRADIO.DE: In den Gottesdiensten werden die Gläubigen vorübergehend auch dazu aufgefordert, sich beim Friedensgruß nicht einander die Hände zu geben. Was kann man denn stattdessen an dieser Stelle im Gottesdienst tun?

Kleine: Wir folgen einer Empfehlung unseres Erzbistums, aber auch vieler anderer Diözesen dieser Welt. Bei uns in Deutschland hat es sich so herauskristallisiert, dass es den Gruß "Der Friede sei mit euch" gibt. Und dann sagt der Diakon oder der Priester: "Gebt einander ein Zeichen des Friedens." Es gibt viele Länder, in denen sich die Gottesdienstbesucher an dieser Stelle umarmen oder einander zunicken.

Bei uns ist es aber eigentlich so, dass man sich die Hand reicht. Aber natürlich geht es genauso mit einem Zunicken. Also, man schaut, wer links und rechts neben einem steht, und mit einem Lächeln zeigt man dem anderen, dass man ihm Frieden wünscht.

DOMRADIO.DE: Auch die Mundkommunion wird jetzt vorübergehend ausgesetzt?

Kleine: Ja. Ich glaube, das ist sicherlich ein Punkt, der Menschen, die es gewohnt sind und aus ihrem eigenen Empfinden heraus die Kommunion direkt in den Mund empfangen, am meisten trifft.

Wenn aber das Virus durch Tröpfchen übertragen wird, dann ist es selbstverständlich, dass das Reichen der Kommunion auf die Hand eine andere Qualität hat, als wenn ich sie direkt in den Mund oder auf die Zunge lege, dabei auch mit der Zunge in Berührung kommen kann und dann die Kommunion weiter an andere Gläubige austeilte.

Es gibt aber viele Gläubige, die das sehr gut verstehen können. Auch wenn sie sonst die Kommunion praktizieren, haben sie dafür Verständnis.

DOMRADIO.DE: Sie wollen natürlich mit diesen Maßnahmen keine Panik schüren. Das sind ja auch vergleichsweise kleine Maßnahmen, wenn man mal nach Italien schaut, wo ja viele Kirchen geschlossen bleiben. Davon ist der Kölner Dom aber noch weit entfernt?

Kleine: Ja, man liest von Vorsichtsmaßnahmen in den Medien. Da heißt es, dass ich mir als Privatperson die Hände waschen soll, wenn ich irgendwo hinkomme oder dass ich nicht jedem auf der Straße oder auch im Bekanntenkreis die Hand gebe. Das entspricht dem, was jeder im Alltag tun kann.

Darüber hinaus hat der Kölner Generalvikar Dr. Markus Hofmann in einem Schreiben, das an alle Gemeinden gegangen ist, weitere Hinweise und Tipps bereitgestellt. Der Kölner Dom ist sicherlich die meistbesuchte Kirche im Bistum. Aber auch andere Kirchen werden bestimmt diese gerade benannten Maßnahmen zu praktizieren. Zudem sollte ein Priester oder ein anderer Geistlicher, der erkältet ist oder glaubt, dass er krank ist - ob das jetzt die "normale" Grippe ist oder ob er einen Verdacht auf eine andere Krankheit hat - auf seinen Dienst verzichten und versuchen, eine Vertretung zu finden.

Auch Gläubige sollten, wenn sie Symptome haben und eine wie auch immer geartete Infektion im Anflug ist, natürlich auch zu Hause bleiben. Wenn man danach handelt, kann auch der Dom weiter offenbleiben.

Es finden ja auch Fußballspiele statt. Die Museen haben geöffnet. Man geht durch die Einkaufsstraßen, da sind genügend Menschen unterwegs. Also, weitere Schritte haben wir noch gar nicht in Betracht gezogen.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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