US-Präsident Donald Trump mit einer Bibel vor der St. John's Episcopal Church
US-Präsident Donald Trump mit einer Bibel vor der St. John's Episcopal Church

05.06.2020

Trumps Bibel-Foto vor Kirche spaltet Evangelikale in den USA Zwischen "angemessen" und "moralisch falsch"

Der Auftritt von US-Präsident Donald Trump vor der historischen Sankt John's Kirche mit einer Bibel in der Hand löst unterschiedliche Reaktionen im evangelikalen Lager aus. Neben viel Zuspruch gibt es auch Kritik.

Nach Meinung vieler Experten wollte der Präsident mit der umstrittenen Geste vor allem seine evangelikalen Wähler mobilisieren. Die Botschaft des Präsidenten sei "Ich werde euch beschützen", lobte der Präsident des Kongresses christlicher Führer, Johnnie Moore.

Trump habe sich damit der Anarchie widersetzt. Ähnlich sieht es Robert Jeffress, der Leiter der "First Baptist"-Kirche in Dallas, der einer der engsten evangelikalen Berater des Präsidenten ist. Die symbolische Geste sei "völlig angemessen". Das Hochhalten der Bibel erinnere daran, dass Gott den Rassismus hasse, "aber Gott hasst auch die Gesetzlosigkeit".

"Moralisch falsch gehandelt"

Kritiker unter den Evangelikalen, die zu Trumps treuesten Verbündeten zählen, werfen ihm vor, er habe moralisch falsch gehandelt. Es sei nicht akzeptabel, friedliche Demonstranten mit Gummigeschossen und Tränengas zu vertreiben, so der einflussreiche Präsident der Kommission für Ethik- und Religionsfreiheit der Southern Baptist Church, Russel Moore.

Auf Distanz zu Trump geht auch der 90-jährige TV-Prediger Pat Robertson. Statt Worte der Anteilnahme zu finden, habe der Präsident "einen anderen Kurs eingeschlagen". Seine "Recht und Ordnung"-Botschaft sei nicht das, was in dieser Situation geboten sei.

Trump braucht Unterstützung Evangelikaler

Zur Wiederwahl benötigt der Präsident vermutlich die geschlossene Unterstützung der Evangelikalen. Vor vier Jahren konnte sich Trump in einigen Bundesstaaten nur knapp behaupten. In der Pandemie-Krise hatte er zuletzt an Zustimmung unter christlich-konservativen Wählern verloren.

Trumps designierter Herausforderer bei den Präsidentschaftswahlen, Joe Biden, und mehrere Kirchenvertreter hatten Trumps Auftritt in Washington ebenfalls kritisiert. Wer friedliche Demonstranten vor dem Weißen Haus mit Tränengas vertreibe, um sich einen Weg zur Kirche zu bahnen, der sei mehr an der Macht als am Wohl der Menschen interessiert, sagte Biden.

Die Bischöfin der Episkopalkirche, Mariann Budde, zeigte sich "empört" über die Nutzung des Gotteshauses als politische Kulisse. "Er kam nicht, um zu beten", kritisierte sie das Vorgehen Trumps: "Alles, was er sagt und tut, ist, Gewalt zu provozieren."

Kritik aus Deutschland

In Deutschland kritisierten unter anderem der rheinische Präses Manfred Rekowski und der Jesuitenpater und USA-Experte Godehard Brüntrup Trumps Auftritt mit der Bibel vor der Kirche. Um christliche Wähler zu gewinnen, greife er zu einer "politischen Verzweckung der gegenwärtigen Ausnahmezustände", sagte Brüntrup gegenüber DOMRADIO.DE. Das Ganze sei "eine politische Show" für fundamentalistisch-bibeltreue Christen.

(KNA)

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