Carsten Uwe Rentzing
Carsten Uwe Rentzing
Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

08.11.2019

Debatte um zurückgetretenen Bischof Carsten Rentzing Ausführliche Stellungnahme notwendig

Hannovers Landesbischof Ralf Meister hat den zurückgetretenen sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing scharf kritisiert. Er müsse zu den Texten mit teils nationalsozialistischem Gedankengut "dezidiert und ausführlich" Stellung beziehen.

"Texte von Carsten Rentzing, die sich kritisch zum demokratischen Gemeinwesen verhalten und denen das Landeskirchenamt der Landeskirche Sachsens elitäres, in Teilen nationalistisches Gedankengut bescheinigt, brauchen eine dezidierte und ausführliche Stellungnahme von Seiten des Verfassers", forderte der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, am Donnerstag vor der in Dresden tagenden Generalsynode.

"Auch eine seit Jahrzehnten revidierte Position zu diesen Texten muss gründlich öffentlich erklärt werden", sagte Meister. Rentzing habe einen konsequenten Schritt getan und sein Amt zur Verfügung gestellt.

Dieser Entscheidung zolle er Respekt. "Den zweiten Schritt allerdings, den die Öffentlichkeit - auch innerhalb der Kirche - erwartet hatte, Stellung zu beziehen und zu erklären, hat er bisher vermieden", betonte Meister. "Ich bedauere das sehr." Rentzing hatte aber bereits angekündigt, sich am 15. November vor der Landessynode der Landeskirche Sachsens zu äußern.

Auch Kritik an Verurteilung in sozialen Medien 

Zugleich kritisierte Meister auch, dass sich öffentliche Personen in Deutschland durch die mediale Dynamik und die Sozialen Netzwerke mittlerweile in einem Raum der Schutzlosigkeit bewegten. "Das ist zeitweilig schwer zu ertragen." In diesem Raume gebe es keine Gnade und keine Buße. "Wer verurteilt wird, ob zu Recht oder zu Unrecht, erhält keine Wiedergutmachung", so der Bischof.

Die digitale Kommunikation habe die Geschwindigkeit der Urteilsbildung derartig angeheizt, dass über die Zuschreibung von Recht und Unrecht, Achtung und Missachtung manchmal in Bruchteilen von Sekunden entschieden werde, ohne dass die Sachgründe zuvor geprüft werden könnten. "Fehlurteile, Diskreditierungen, Beschuldigungen bleiben im Netz und vervielfältigen sich in unzähligen Richtungen", erklärte Meister. "Rückholbar sind diese Zuschreibungen meist nur schwer oder gar nicht."

Till Vosberg: Kritik überzogen

Dagegen erklärte der sächsische Synodale Till Vosberg, Meisters Kritik habe ihn "sehr betroffen gemacht". Es sei nicht richtig, dass es eine Stellungnahme des ehemaligen Bischofs zu dem brauche, was er vor 30 Jahren geschrieben habe. Sein Wirken, so wie man es in Sachsen wahrgenommen habe, habe nichts mit dem zu tun, was in den Texten stand. Eine nationalistische Überhöhung könne er nicht sehen. "Jeder kann selber diese Texte anschauen und selbst eine Bewertung vornehmen", sagte Vosberg. Es sei überzogen, von Rentzing nun eine Erklärung zu fordern.

Meister erklärte daraufhin, er glaube, "dass allen hier in der Generalsynode die Situation in Sachsen bewusst ist, und wir sie alle auch emotional, auch im Gebet, begleitet haben". Weil das Amt des Bischofs auf Einheit ausgerichtet sei, sei eine öffentliche Stellungnahme und Gesprächsbereitschaft erforderlich. Die aber habe es nicht gegeben.

(KNA)

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 17.11.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Das Opfer ist der neue Held
  • Welttag der Armen: Die Niklas-Stiftung
  • Diaspora-Sonntag: Projekt in Berlin-Kreuzberg
11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Das Opfer ist der neue Held
  • Welttag der Armen: Die Niklas-Stiftung
  • Diaspora-Sonntag: Projekt in Berlin-Kreuzberg
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff