Archivbild: Papst Franziskus bei einer Seligsprechung
Papst Franziskus bei der Seligsprechung im rumänischen Blaj
Franziskus trifft zur Seligsprechung ein
Franziskus trifft zur Seligsprechung ein
Gottesdienst zur Seligsprechung von sieben Bischöfen
Gottesdienst zur Seligsprechung von sieben Bischöfen
Papst Franziskus bei der Seligsprechung
Papst Franziskus bei der Seligsprechung
Teilnehmer des Gottesdienstes
Teilnehmer des Gottesdienstes

02.06.2019

Papst warnt in Rumänien vor neuen Ideologien Liebe und Vergebung gegen den Hass

Papst Franziskus hat zum Abschluss seiner Rumänienreise am Sonntag an die Verfolgung von Katholiken während des Kommunismus erinnert. Er sprach sieben griechisch-katholische Bischöfe selig, die zwischen 1948 und 1970 im Gefängnis starben.

Bei einer Messe mit etwa 60.000 Menschen im siebenbürgischen Blaj rief Papst Franziskus zum Kampf gegen "neu aufkommende Ideologien" auf, die gegen den Wert des Lebens und der Familie gerichtet seien. Zugleich mahnte er, Hass mit Liebe und Vergebung zu besiegen.

An dem Gottesdienst auf dem "Feld der Freiheit", wo 1848 eine historisch bedeutende Nationalversammlung stattfand, nahm neben Vertretern anderer Konfessionen und des Judentums auch Staatspräsident Klaus Johannis mit seiner Gattin Carmen teil; sie ist Mitglied der griechisch-katholischen Kirche. Zugegen waren ferner Ministerpräsidentin Viorica Dancila und Prinzessin Margarita, Tochter des letzten Königs Michael I. von Rumänien.

Papst: Hass mit Liebe und Vergebung besiegen

Der Papst rief in seiner Predigt die Rumänen auf, Freiheit und Barmherzigkeit als Erbe der Märtyrerbischöfe zu wahren. "Die neuen Seligen haben gelitten und ihr Leben hingegeben, weil sie sich einem unfreien ideologischen System, das die Grundrechte der menschlichen Person beschnitten hat, entgegengestellt haben", sagte der Papst. Zugleich mahnte er, nach dem Vorbild der verfolgten Bischöfe "den Hass mit der Liebe und der Vergebung zu besiegen und den christlichen Glauben konsequent und mutig zu leben".

Franziskus rief zum Kampf gegen "neue Ideologien" auf, die "auf subtile Weise" Macht gewännen und die Menschen von ihren kulturellen und religiösen Überlieferungen entfremdeten. Konkret nannte er eine Verachtung der Personenwürde, des Lebens, der Ehe und der Familie.

Franziskus mahnt zu Gemeinschaft der christlichen Konfessionen

Diese Haltungen seien "genauso atheistisch wie eh und je" und enthielten Kindern und Jugendlichen die Wurzeln vor, ohne die sie nicht wachsen könnten. Auch warnte er vor den Folgen eines solchen Menschenbilds für Toleranz. Rumänien kenne "nur zu gut das Leid der Menschen, wenn der Einfluss der Ideologie oder eines Regimes stärker als das Leben ist und als Norm dem Leben selbst und dem Glauben der Menschen übergeordnet wird", sagte er.

Katholiken sollten als "Zeugen der Freiheit und der Barmherzigkeit" Brüderlichkeit und Dialog über den Konflikt stellen. Dabei mahnte er auch zur Gemeinschaft mit anderen christlichen Konfessionen. Die Einheit des rumänischen Volkes verwirkliche sich in der Vielfalt der Religionen, so der Papst unter Verweis auf die Rolle von Blaj als Ort der Nationalversammlung im Revolutionsjahr 1848.

Gottesdienst nach byzantinischem Ritus

Weiter sagte Franziskus, Jesus stelle Menschen in den Mittelpunkt, die am Rand stehen. Gott suche "das Gesicht der Person, ihre Verletzungen und ihre eigene Geschichte", so der Papst. "Er geht ihr entgegen und lässt sich nicht vom Gerede abhalten, das keine Prioritäten setzen und nicht das ins Zentrum stellen kann, was wirklich wichtig ist."

Der Seligsprechungsgottesdienst fand nach dem byzantinischen Ritus der griechisch-katholischen Kirche statt. Zelebrant war Großerzbischof Lucian Muresan, Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in Rumänien; Franziskus hatte den Vorsitz, sprach aber nur einzelne Teile der Liturgie. Muresan ist seit 2012 auch Kardinal.

(KNA)

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