Alkoholkonsum an Karneval
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Das Logo der "Johanniter-Unfall-Hilfe"
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21.02.2020

Johanniter-Unfall-Hilfe zu Weiberfastnacht in Köln "Man muss wirklich auf alles vorbereitet sein"

Weiberfastnacht steht in den Karnevalshochburgen für bunte Kostüme und für ausgelassenes Feiern. Doch es kommt immer wieder zu Unfällen - oft ist dabei Alkohol im Spiel. Im Interview zieht die Johanniter-Unfall-Hilfe in Köln Bilanz.

DOMRADIO.DE: Petrus hat sich mit dem guten Wetter gestern ein bisschen zurückgehalten. Ich hatte den Eindruck, ganz so voll war es nicht in der Stadt. Wie haben Sie das erlebt?

Christian van Duijnen-Leiße (Fundraising und Presse der Johanniter in NRW): In der Tat. Es waren weniger Menschen in der Stadt, als wir erwartet haben. Aber es war doch noch gut gefüllt. Es war Betrieb, aber wir kamen überall durch, wo wir Menschen zu Hilfe kommen mussten.

DOMRADIO.DE: Wie war Ihr Einsatz gestern? Welche Verletzungen und Wehwehchen kamen bei Ihnen so rein?

van Duijnen-Leiße: Es war die übliche Mischung, die wir an Karneval erwartet haben. Natürlich eine ganze Menge Menschen, die Probleme mit Alkohol haben, die damit einfach unvernünftig umgegangen sind. Ein paar kleinere Verletzungen.

Was sich positiv bemerkbar gemacht hat, war das Glasverbot in der Altstadt. Wir hatten insgesamt acht Patienten mit Glasschnittverletzungen. Das ist eine erfreuliche Bilanz. Für die einzelnen Betroffenen ist es natürlich immer wieder ärgerlich und jeder, der sich verletzt hat, hat auch unser Mitgefühl und kriegt unsere Hilfe.

DOMRADIO.DE: Haben Sie Respekt vor diesem Einsatz besonders an Weiberfastnacht? Es kann ja schon einiges passieren.

van Duijnen-Leiße: Unsere Helferinnen und Helfer, egal ob im Haupt- oder Ehrenamt - und der Einsatz ist zu 98 Prozent ehrenamtlich getragen - sind gut ausgebildet und vorbereitet. Wir investieren viel Energie und viel Geld in die Ausbildung unserer Einsatzkräfte. Insofern sind wir ziemlich sicher, dass wir uns solchen Herausforderungen auch wirklich stellen können.

DOMRADIO.DE: Sie sind jetzt schon seit 2003 in Köln im Dienst. Haben sich die jecken Tage und Ihr Einsatz in dieser Zeit über die Jahre verändert?

van Duijnen-Leiße: Eine kontinuierliche Veränderung würde ich nicht feststellen. Ich sage immer ganz gerne, der kölsche Jeck verhält sich unter gleichen Bedingungen von Wetter und Biernachschub, wie es ihm gerade passt. Man muss da wirklich auf alles vorbereitet sein.

Aber es hat sich ein bisschen etwas verändert. Dadurch, dass die Schulen bis mittags Betrieb haben, kommen die Jugendlichen erst später in die Stadt. Und das hat tatsächlich auch dazu geführt, dass weniger Jugendliche mit Alkohol bei uns vorstellig wurden.

Und was wir auch positiv wahrnehmen, ist die aktive Arbeit der Streetworker, die sich wirklich um die Jugendlichen kümmern, die denen auch mal eine Flasche Wasser in die Hand drücken und dafür sorgen, dass es da ein bisschen Besserung gibt.

DOMRADIO.DE: Jetzt haben Sie gestern ganze Arbeit geleistet, während andere ordentlich gefeiert haben. Spüren Sie denn da auch eine Wertschätzung der Jecken, wenn Sie helfen?

van Duijnen-Leiße: Auch da gibt es - wie überall im Leben - Licht und Schatten. Es gibt welche, die völlig respektlos sind. Das fängt bei Wildpinklern gegen das Sanitätszelt an und hört bei: "Was macht ihr hier? Warum steht hier doof im Weg rum?", auf.

Und es gibt Menschen, die wirklich dankbar sind, wenn wir ihnen helfen. Insbesondere wenn sie die Zeit haben, sich bei uns mal ein bisschen auszuruhen, ihren Alkohol zu verdauen und dann hinterher nicht im Krankenhaus aufwachen, sondern tatsächlich auf ihren eigenen Füßen das Sanitätszelt verlassen können. Leider gehen die dann meistens weiterfeiern. Einige sehen wir manchmal auch wieder.

Aber die meisten sagen, auch wenn sie in einer Clique unterwegs sind und wir irgendwo durchmüssen: "Lass die Jungs und Mädels mal durch, die machen hier ihren Job, die sind für uns da." Und das spüren wir dann.

Das Interview führte Verena Tröster

(DR)

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