Mutter und Tochter schmücken einen Weihnachtsbaum
Mutter und Tochter schmücken einen Weihnachtsbaum

27.11.2020

Jugendseelsorgerin kritisiert Debatte um Weihnachten Nicht alle haben familiären Sozialkontext

Weihnachten wird nach Meinung der Jugendseelsorgerin Schwester Magdalena Winghofer in der Debatte um die Corona-Maßnahmen zu sehr auf ein Familienfest reduziert. SIe mahnte, "die ganze Bandbreite von Lebenssituationen" zu betrachten.

"Es stimmt biologisch, dass wir alle eine Familie haben. Aber nicht alle haben einen familiären Sozialkontext, in dem es sich gut Weihnachten feiern lässt", sagte die Ordensfrau und Nürnberger Stadtjugendseelsorgerin am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sie störe auch, dass von Verantwortlichen in der Politik bewusst nicht das christliche Fest gesehen werde, sondern allein das Familienfest.

Blick auf einsame Menschen

Es gerieten jene aus dem Blick, die einsam und schon jetzt am härtesten von den Kontaktbeschränkungen betroffen seien, sagte Winghofer. Zugleich verwies sie auch auf junge Menschen, für die Weihnachten kein Familienidyll, "sondern die Hölle" sei.

Die Jugendseelsorgerin hatte zuvor schon auf Facebook ihre Kritik formuliert. Es gebe Menschen, die die Härten der Kontaktbeschränkungen besonders tragen müssten, um jenen mit einer halbwegs heilen Familie ein schönes Fest zu ermöglichen, "zu einem Datum, vor dem die, die keine heile Familie haben, oft schon ohne Corona Angst haben", schrieb Winghofer.

Fokus auf die Familie

"Ist es wirklich so, wie Herr Söder gestern sagte, dass es darum geht, 'an Weihnachten einmal den Wert der Familie zu schätzen. Alle reden von Familie. Ich finde, dieses Jahr sollte man das wirklich auch an der Stelle machen'? Ist das Weihnachten? Für wen ist das Weihnachten?"

Damit bezog sich die Ordensfrau auf eine Äußerung des bayerischen Ministerpräsidenten bei der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch zu den neuen Corona-Maßnahmen, die sie explizit nicht in Frage stellen wolle. Dort sagte Söder, dass er bewusst Weihnachten als Fest der Familie sehe. Er zählte dazu explizit Alleinerziehende und Patchworkfamilien.

Sie selbst habe die Erfahrung gemacht, dass schon in den vergangenen Jahren junge Menschen ihren Orden, die Congregatio Jesu, fragten, ob sie Weihnachten dort verbringen könnten. Auch Krisentelefone stünden an Weihnachten nicht still. "Für mich ist die Frage: Wie sehr haben wir, haben Entscheidungsträger die ganze Bandbreite von Lebenssituationen im Blick", so Winghofer.

(KNA)

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