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Männer mit Kippa
Josef Schuster
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Orthodoxe Rabbiner möchten die Teilnahme per Video an Pessach ermöglichen
Orthodoxe Rabbiner möchten die Teilnahme per Video an Pessach ermöglichen

03.04.2020

Josef Schuster über Einschränkungen durch Corona "Bewährungsprobe für Demokratie"

Auch das religiöse Leben der Juden in Deutschland ist weitgehend blockiert. Die aktuellen Einschränkungen sind nach den Worten des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, eine Bewährungsprobe für die Demokratie. 

"Wir sollten uns vergegenwärtigen, welche Grundrechte momentan eingeschränkt sind: die Religionsfreiheit, die Versammlungsfreiheit, das Schulwesen und die Reisefreiheit", schreibt Schuster in der "Jüdischen Allgemeinen" (Donnerstag).

Hinzu komme, dass der Konsum von Gütern, Kunst und Kultur stark erschwert sei.

Wort des Jahres: "Social Distancing" habe gute Chancen

Noch gar nicht abzusehen seien die sozialen Folgen der Corona-Krise. "Doch schon jetzt ist klar, dass sie für viele Menschen eine existenzielle Bedrohung ist und für noch viel mehr Menschen eine enorme psychische Belastung", betont Schuster.

"Das Virus birgt ein großes Potenzial, um zu sozialer Isolierung und zu Vereinsamung ebenso zu führen wie zu Aggression und mehr häuslicher Gewalt." Der Begriff "Social Distancing" habe das Zeug dazu, Wort des Jahres 2020 zu werden.

Positive Effekte der Krise

Schuster gibt mit Blick auf die jüdische Gemeinschaft zu bedenken, dass Überlebende der Schoah schon einen viel größeren Entzug von Freiheit erlebt hätten: einen Entzug der Menschlichkeit. "Wir sollten uns - bei aller Belastung durch diese Krise, die ich nicht kleinreden will - daher vor Augen führen, wie viele Grundrechte und Freiheiten wir immer noch haben." Noch immer gälten die Unversehrtheit der Wohnung sowie die Presse- und Meinungsfreiheit.

"Auch unsere Gesundheit wird weiterhin geschützt." Im besten Fall werde die Krise auch Positives bewirken, wie eine "Entschleunigung unseres Alltags, einen freundlicheren Umgangston, wieder mehr Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger", so Schuster.

Pessachfest ohne Freiheit der jüdischen Gemeinschaft

Er gibt aber auch zu bedenken: "Alle Auflagen und Einschränkungen dürfen kein Dauerzustand werden! Wir sollten jetzt weniger Demokratie akzeptieren, aber hinterher - um mit Willy Brandt zu sprechen - wieder mehr Demokratie wagen! Und zwar mehr als vor der Corona-Krise."

Mit Blick auf das am Vorabend des 9. April beginnende Pessachfest schreibt Schuster von einer "geradezu paradoxen" Situation: "Ausgerechnet zu Pessach, zum Fest der Freiheit, ist die Freiheit der jüdischen Gemeinschaft (und nicht nur ihre) weltweit eingeschränkt, wie es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den meisten Staaten nicht mehr der Fall war. Israel, wohin so viele Juden der Diaspora zu Pessach gerne fahren, fällt derzeit als Reiseziel weg."

(KNA)

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