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Pessach in einer Familie
Orthodoxe Rabbiner möchten die Teilnahme per Video an Pessach ermöglichen
Orthodoxe Rabbiner möchten die Teilnahme per Video an Pessach ermöglichen

25.03.2020

Orthodoxe Rabbiner erlauben Pessach-Teilnahme per Video Pessach über Video

Eigentlich ist die Nutzung von Elektrizität oder elektrischen Geräten am Schabbat und an Feiertagen verboten. In der Corona-Krise erlauben die orthodoxen Rabbiner jetzt die Teilnahme per Video am Pessachfest.

Ältere Menschen in Quarantäne können in diesem Jahr per Videozuschaltung am traditionellen Familienabendessen zum Auftakt des jüdischen Pessachfests teilnehmen. Orthodoxe Rabbiner urteilten, die Nutzung des Videokonferenzdienstes "Zoom" sei angesichts der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit durch die Bekämpfung des Coronavirus zulässig, wie israelische Medien am Mittwoch berichteten.

Das religionsrechtliche Urteil wird von Beobachtern als bahnbrechend bezeichnet. Zu den Unterzeichnern zählt neben zahlreichen städtischen Rabbinern der frühere Vorsitzende des Jerusalemer Rabbinergerichts, Rabbiner Elijahu Abergel.

Elektrizität an Feiertagen eigentlich verboten

Nach dem jüdischen Religionsrecht (Halacha) ist die Nutzung von Elektrizität oder elektrischen Geräten am Schabbat und an Feiertagen verboten. Die Rabbiner urteilten, dass in dem gegenwärtigen Ausnahmezustand die Videokonferenz für den Sederabend dennoch ausnahmsweise zulässig ist, sofern die übertragenden Geräte und das entsprechende Programm vor Beginn des Feiertags angeschaltet werden.

Technik zur Erfüllung der religiösen Verpflichtung

Als Begründung machten sie unter anderem geltend, die Technik werde zur Erfüllung einer religiösen Verpflichtung genutzt. Ferner sei es wichtig, die Verbindung zwischen den Jungen und den Großeltern zu stärken sowie gegen Depressionen, Traurigkeit und mentale Schwäche bei den Älteren vorzubeugen.

Kritik an dem Urteil

Das Urteil stieß auf Kritik unter anderem des israelischen aschkenasischen Oberrabbiners David Lau. Er bezeichnete den Entscheid laut dem Sender "Arutz Scheva" als "unverantwortlich, jenseits von absurd und ohne ein Mindestverständnis der Bedeutung eines halachischen Urteils".

Auch der Direktor des Tzomet-Instituts, das sich um die Übersetzung jüdischen Religionsrechts in die moderne Welt bemüht, bezeichnete das Urteil demnach als "sehr gefährlich, und was Menschen darunter verstehen werden, ist noch gefährlicher".

(KNA)

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