Bundeswehrsoldaten
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Joseph Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Joseph Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Rabbiner in einer Syngaoge - bald auch in der Bundeswehr?
Rabbiner in einer Syngaoge - bald auch in der Bundeswehr?
Ehemaliger Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages: Hans-Peter Bartels
Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages: Hans-Peter Bartels

27.03.2019

Idee für jüdische Militärseelsorge "Bemerkenswerter Vorschlag"

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels unterstützt den Vorschlag für eine jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel von Josef Schuster, der Militärrabbiner in der Bundeswehr angeregt hatte.

"Es ist an der Zeit, die Institutionalisierung einer jüdischen Militärseelsorge wie übrigens auch einer entsprechenden Regelung für die Muslime in unserer Bundeswehr in Angriff zu nehmen", schreibt der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans Peter Bartels (SPD), in der Zeitschrift "Kompass" des katholischen Militärbischofs (April).

Derzeit bis zu 300 jüdische Soldaten

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte Ende Februar eine Anregung zu Militärrabbinern in der Bundeswehr erneuert. Dies nannte Bartels einen "bemerkenswerten Vorschlag". Die jüdische Gemeinschaft wünsche eine Militärseelsorge "auf der Grundlage eines Staatsvertrags", schrieb Schuster seinerzeit in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Eine jüdische Militärseelsorge wäre nach seinen Worten eine Bereicherung für "die ethische und lebenskundliche Ausbildung" der Soldaten.

Die Seelsorger der christlichen Kirchen hätten einen wichtigen Beitrag zur ethischen Bildung der Soldaten geleistet, so Schuster. Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs "wäre es aber auch an der Zeit, wieder eine jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr zu etablieren und damit an eine alte Tradition anzuknüpfen". Derzeit gebe es bis zu 300 jüdische Soldaten in der Bundeswehr.

Bundeswehr pflegt jüdische Tradition

Bartels erklärte im "Kompass", dass bis zur Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht 2011 die Praxis gegolten habe, "Wehrpflichtige jüdischen Glaubens nicht gegen ihren Willen einzuziehen". Angesichts von Nazi-Diktatur, Holocaust und Verbrechen der Wehrmacht wurde eine Wehrpflicht eine "unzumutbare persönliche Härte" gesehen. Aber: "Umso bemerkenswerter, wenn sich junge Deutsche jüdischen Glaubens dennoch freiwillig für den Dienst in der Bundeswehr entscheiden."

Nach den Worten Bartels sind Toleranz und Achtung gegenüber anderen Religionen Prinzipien des Konzepts der "Inneren Führung". Mit ihrer Militärseelsorge und ihrem Engagement in der ethischen Bildung trügen die christlichen Kirchen "wesentlich" dazu bei. "Und mehr noch. Die Bundeswehr pflegt bewusst das Erbe und das Gedenken an die jüdische Tradition." Jedoch gebe es auch Fälle von Antisemitismus. "Konsequent sanktioniert die Bundeswehr diese - bis hin zur Entlassung aus dem Dienst wegen mangelnder charakterlicher Eignung."

SPD für jüdische Seelsorge in Bundeswehr

Ende Januar hatte sich auch die SPD-Fraktion für eine jüdische und muslimische Seelsorge in der Bundeswehr nach dem Vorbild der christlichen Militärseelsorge ausgesprochen. Nächste Woche veranstaltet der Zentralrat der Juden von Mittwoch bis Freitag in Berlin die Konferenz "Militärrabbiner in der Bundeswehr. Zwischen Tradition und Herausforderung".

Dazu werden unter anderen Rabbiner in ausländischen Streitkräften sowie Vertreter der Kirchen, von Bundestagsfraktionen und des Verteidigungsministeriums erwartet.

(KNA)

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