Militärseelsorge

Militärseelsorge (Symbolbild) / © Photographee.eu (shutterstock)
Militärseelsorge (Symbolbild) / © Photographee.eu ( shutterstock )

Nach dem Soldatengesetz hat jeder Soldat und jede Soldatin Anspruch auf Seelsorge und ungestörte Religionsausübung. Bislang leisten in der Bundeswehr die evangelische und die katholische Kirche eine vertraglich vereinbarte Militärseelsorge für die Soldaten und deren Angehörige - und seit Juni 2021 ist auch ein Militärrabbiner tätig.

Militärseelsorger beraten zudem zu ethischen Fragen und leiten vielerorts den sogenannten lebenskundlichen Unterricht, der die Soldaten dazu befähigen soll, verantwortungsbewusst und moralisch zu handeln. Auch begleiten die Geistlichen Angehörige der Soldaten im Auslandseinsatz. Gottesdienste und Gebete im In- und Ausland gehören ebenfalls zu den Hauptaufgaben. Die Seelsorge soll ein Ort der Begegnung, des Gesprächs, der Hilfe und der inneren Einkehr sein. Bei der Begleitung von Angehörigen der Soldaten im Auslandseinsatz arbeiten die Seelsorger mit den Familienbetreuungszentren der Bundeswehr zusammen.

Die Militärseelsorge wird vom Staat finanziert und organisiert, die Kirchen und Religionsgemeinschaften sind für die Inhalte verantwortlich und stellen auch die Seelsorger. Im Einsatz tragen die Geistlichen militärische Schutzkleidung, mit einem religiösen Symbol wie dem Kreuz statt eines Dienstgradabzeichens. Völkerrechtlich gelten sie als Zivilisten. (kna)

Soldaten der Bundeswehr haben wie alle Bürger ein Recht auf ungestörte Religionsausübung. Das ist in Artikel 4 des Grundgesetzes festgelegt. Die Umsetzung im Bereich der Bundeswehr regelt die Bestimmung A-2600/1: "Alle Soldatinnen und Soldaten haben einen gesetzlichen Anspruch auf Seelsorge und ungestörte Religionsausübung. In der Bundeswehr sind Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit für alle Religionsgesellschaften und Weltanschauungsgemeinschaften gewährleistet."

Der katholische und der evangelische Militärbischof leiten die Seelsorge für die Soldaten und deren Familien. Sie unterstützen den Lebenskundlichen Unterricht in enger Absprache mit dem Verteidigungsministerium. Dieser soll als Bestandteil der "Inneren Führung" die Soldaten befähigen, ethisch fundiert und verantwortungsbewusst zu handeln. Seit 1990 ist die Begleitung von Auslandseinsätzen hinzugekommen. Dies stellt eine große Herausforderung dar; die Soldaten im Ausland sind oft lange von ihren Familien und Freunden getrennt und erleben dort mitunter erstmals Tod und Verletzungen von Kameraden.

Dem katholischen Militärbischof unterstehen derzeit knapp 80 Militärseelsorger, dem evangelischen knapp 100. Je ein evangelischer und ein katholischer Militärbischof leiten die Seelsorge. Obwohl die Organisationen Oberste Bundesbehörde sind, stehen die Militärbischöfe und ihre Pfarrer in keinem Dienstverhältnis zum Staat. Seit Februar 2011 ist der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck katholischer Militärbischof. Evangelischer Militärbischof ist seit 2014 Sigurd Rink. (KNA)