Syrische Flüchtlinge am Flughafen
Syrische Flüchtlinge am Flughafen

01.01.2018

Papst, Politiker und Kirchenvertreter zu Flucht und Migration Papst fordert zu Neujahr mehr Einsatz für Flüchtlinge

Familiennachzug, Abschiebungen, EU-Migrationspolitik: In die Diskussion über Flucht und Migration haben sich auch zum Jahreswechsel Politiker und Kirchenvertreter eingeschaltet.

Papst Franziskus hat zum neuen Jahr mehr Einsatz für Migranten und Flüchtlinge verlangt. Viele Menschen riskierten ihr Leben auf einer langen und gefahrvollen Reise, um einen Frieden zu finden, der "das Recht aller" sei, sagte der Papst beim Mittagsgebet am Neujahrstag auf dem Petersplatz. Staatliche Institutionen, Erziehungs- und Wohlfahrtseinrichtungen wie auch kirchliche Stellen müssten sich darum bemühen, Flüchtlingen und Migranten eine Zukunft des Friedens zu garantieren. Es gelte, 2018 mit Großzügigkeit für eine solidarischere und aufnahmebereitere Welt zu arbeiten, so das Kirchenoberhaupt.

Der Neujahrstag wird von der katholischen Kirche seit 1968 als Weltfriedenstag begangen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto "Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden". Dazu veröffentlichte Franziskus Ende November eine Botschaft, in der er für einen "Blick des Vertrauens" auf die globalen Migrationsbewegungen warb.

Migration als Chance begreifen

In der Botschaft nannte er Migration eine Gelegenheit, eine friedvolle Zukunft aufzubauen. Dies verlange von den Regierenden, die Aufnahme von Zuwanderern "auf ein Höchstmaß" auszuweiten, "soweit es das wahre Wohl ihrer Gemeinschaft zulässt". Als Hauptursache von Vertreibung und Migration beklagte er bewaffnete Konflikte und Gewalt. Motive seien aber auch die Flucht vor Armut oder den Folgen von Umweltzerstörung sowie die Hoffnung auf ein besseres Leben in Arbeit und gemeinsam mit der Familie. Wer diese Rechte nicht besitze, lebe nicht in Frieden, so der Papst.

In den Zielländern kritisierte er eine zu große Betonung von Sicherheitsfragen und der wirtschaftlichen Belastung durch die Aufnahme. Dabei werde "die menschliche Würde missachtet, die jedem zuerkannt werden muss, weil alle Menschen Kinder Gottes sind", schrieb Franziskus.

Was sagen Bischöfe und Politiker?

Berlins Erzbischof Heiner Koch sieht den Familiennachzug bei Flüchtlingen als "entscheidend für eine gelingende Integration". Wenn Betroffene in Deutschland blieben, werde eine langfristige Integration ohne die Familien nicht möglich sein, "gerade auch weil die Familie für Menschen aus diesen Ländern zumeist eine viel größere Bedeutung hat als für uns", sagte Koch im Interview der "Berliner Morgenpost" (Sonntag, online). Er betonte auch, es müsse verhindert werden, dass die Möglichkeit des Familiennachzugs missbraucht werde.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sagte dem "Münchner Merkur" (Wochenendausgabe): "Der Familiennachzug bei Menschen, die nur vorübergehend hier sind und in ihre Heimatländer zurück sollen, muss ausgesetzt bleiben." Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht will in der Frage des Familiennachzugs für Menschen mit subsidiärem Schutz keine weiteren Härten gegenüber Frauen und Kindern, wie sie der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Samstag) sagte.

FDP-Chef Christian Lindner forderte in der "Bild am Sonntag", dass minderjährige kriminelle Asylbewerber abgeschoben werden sollten. Mit einer neuen Einwanderungspolitik in Europa sollten Probleme bewältigt werden. Die Kontrolle von Grenzen sei nicht gleichbedeutend mit Abschottung. Europa habe humanitäre Verpflichtungen und ein Interesse an qualifizierter Einwanderung. Damit Rechtspopulisten nicht mit Fremdenangst Politik machen könnten, müsse man Probleme offen ansprechen.

(KNA)

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