Prälat Günter Assenmacher (l.) und Rainer Maria Kardinal Woelki (Archiv)
Prälat Günter Assenmacher (l.) und Rainer Maria Kardinal Woelki (Archiv)

03.05.2021

Assenmacher beendet Tätigkeit als Offizial im Erzbistum Köln Stiller Abschied

Prälat Günter Assenmacher ist zum 30. April 2021 aus dem Amt des Offizials, des Leiters des kirchlichen Gerichts im Erzbistum Köln ausgeschieden. Das ist das einvernehmliche Ergebnis eines Gesprächs, das Kardinal Woelki mit ihm geführt hatte.

Nach Vorlage eines belastenden Gutachtens zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln hat der Leiter des Kölner Kirchengerichts, Günter Assenmacher (69), sein Amt aufgegeben. Er ist zum vergangenen Freitag ausgeschieden, wie das Erzbistum Köln am Montag mitteilte.

Dank von Kardinal Woelki

Unmittelbar nach der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens Mitte März hatte Woelki den langjährigen Offizial beurlaubt. Die Autoren um den Strafrechtler Björn Gercke werfen ihm vor, in zwei Missbrauchsfällen falsche Rechtsauskünfte gegeben zu haben. Zudem habe der Experte die Kölner Bistumsleitung in mehreren Fällen nicht darauf hingewiesen, dass kirchenrechtliche Normen im Umgang mit Missbrauchsfällen verletzt wurden, obwohl er von diesen Gesetzesübertretungen gewusst habe.

Mehr als drei Jahrzehnte lang habe Assenmacher mit großem Einsatz seinen Dienst im Kölner Kirchengericht geleistet, sagte Woelki. "Für die Arbeit dort, die zum größten Teil das kirchliche Eherecht betrifft, gebührt ihm Dank." Laut Angaben leitet vorübergehend Vizeoffizial Thomas Weitz die Einrichtung.

Assenmacher war den Angaben zufolge ab 1984 am Kölner Kirchengericht tätig. Kardinal Joachim Meisner (1933-2017) berief den Rheinländer, der fließend Latein spricht, 1995 an die Spitze des Offizialats, das meist mit Ehenichtigkeitsprozessen befasst ist - aber auch mit Strafmaßnahmen gegen Priester bis hin zu einer Entlassung aus dem Klerikerstand.

Auch im Bistum Limburg ausgeschieden

Parallel zu seiner Kölner Stelle war Assenmacher von 2009 bis 2019 Offizial im Bistum Essen und ab 2010 im Bistum Limburg, wo er Ende März ausschied. Eine Begründung gab das Bistum Limburg, das vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, geleitet wird, nicht ab.

Das Gercke-Gutachten war Mitte März veröffentlicht worden. Es wirft hohen Amtsträgern des Erzbistums mindestens 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen vor. So sollen unter anderem frühere Erzbischöfe und Generalvikare Verdachtsfällen nicht nachgegangen sein und sich nicht um die Opfer gekümmert haben. Etwa ein Drittel der Pflichtverletzungen schreiben die Gutachter dem früheren Kardinal Meisner zu. Sie untersuchten den Zeitraum von 1975 bis 2018.

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 15.05.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Seligsprechung Pater Jordan
  • 40 Jahre Menschen für Menschen
  • Benefiz-Konzert von "Alte Bekannte"
11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!