Assenmacher scheidet aus Amt des Offizials im Bistum Limburg

"Andere Aufgaben" als in Köln

Fünf Tage nach der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens im Erzbistum Köln gibt es auch in der Diözese Limburg personelle Konsequenzen: Günter Assenmacher scheidet zum 31. März aus dem Amt des Offizials im Bistum Limburg aus

Offizial Prälat Dr. Günter Assenmacher / © Beatrice Tomasetti (DR)
Offizial Prälat Dr. Günter Assenmacher / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Ebenfalls gibt er das Amt Leiters des kirchlichen Gerichts auf, wie der Limburger Bischof Georg Bätzing am Dienstag bekanntgab. Die Entscheidung sei einvernehmlich getroffen worden, hieß es. In der Hierarchie folgt der Offizial als oberster Richter einer Diözese unmittelbar auf den Bischof und ist als dessen "Gerichtsvikar" auf einer Ebene mit dem Verwaltungschef (Generalvikar) angesiedelt.

Als Offizial in Köln beurlaubt

Eine Begründung für das Ausscheiden von Assenmacher nannte das Bistum in der Pressemitteilung nicht. Assenmacher war seit Oktober 2010 Offizial des Bistums Limburg und zugleich seit 1995 Offizial im Erzbistum Köln. Nach der Vorstellung des Kölner Missbrauchsgutachtens war Assenmacher am Donnerstag von Kardinal Rainer Maria Woelki als Offizial des Erzbistums Köln vorläufig von seinen Aufgaben entbunden worden. Regulär hätte Assenmacher in Limburg bis November amtiert, denn erst Ende 2018 war er für drei weitere Jahre in dieser Funktion bestätigt worden.

Der Limburger Bistumssprecher Stephan Schnelle sagte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Assenmacher habe seinen Rücktritt eingereicht und Bischof Bätzing habe ihn angenommen. Es habe auch Gespräche mit Blick auf die Erkenntnisse des Kölner Missbrauchsgutachtens gegeben.

Das am Donnerstag vorgestellte Gutachten der Kanzlei Gercke Wollschläger zeigt auf, wie Bistumsverantwortliche im Erzbistum Köln mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Priester umgingen. Die Untersuchung hält in 24 von 236 ausgewerteten Aktenvorgängen insgesamt 75 Pflichtverletzungen durch acht Amtsträger fest, darunter auch Assenmacher.

Zeitnahe Suche nach neuem Offizial

Am Dienstag teilte das Bistum Limburg weiter mit, Assenmacher werde zum Monatsende die Amtsgeschäfte vorerst an den Vizeoffizial, den Jesuitenpater Georg Schmidt, übergeben. Bätzing kündigte zugleich an, zeitnah einen neuen Offizial zu ernennen.

Seitens des Bistums Limburg hatte es am Donnerstag noch geheißen, zunächst wolle Bischof Georg Bätzing - der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist - "das Kölner Gutachten lesen und auswerten, bevor entschieden wird, was das für das Bistum Limburg heißt". Assenmacher habe zudem als Offizial in Limburg "andere Aufgaben" als in Köln. Er sei im Bistum Limburg "ausschließlich für Eherecht zuständig".

Am Dienstag würdigte Bischof Bätzing Assenmacher: "Mir war er in den vergangenen vier Jahren ein verlässlicher und kompetenter Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das kirchliche Eherecht." Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei er "ein guter, humorvoller und verlässlicher Vorgesetzter" gewesen. Bätzing fügt hinzu: "Für seinen Dienst in Limburg danke ich ihm herzlich."

Quelle:
KNA