Kardinal Woelki mit Atemschutzmaske am Eingang zum Priesterseminar
Kardinal Woelki mit Atemschutzmaske am Eingang zum Priesterseminar
Schlange am Eingang zum Priesterseminar
Schlange am Eingang zum Priesterseminar
Erzbischöfliches Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße
Erzbischöfliches Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße
Erzbischöfliches Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße in Köln
Erzbischöfliches Priesterseminar in der Kardinal-Frings-Straße

30.03.2020

Kardinal Woelki unterstützt Obdachlose in Corona-Krise "Da wollen wir einfach helfen"

Der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, hat die Tore zum Priesterseminar für Obdachlose geöffnet. Diese können sich dort duschen und eine warme Mahlzeit bekommen. Im Interview erklärt der Erzbischof, wie die Kirche in der Corona-Krise hilft.

DOMRADIO.DE: Herr Kardinal, Sie haben gesagt, dass Gottesdienste und Diakonie zusammengehören. Inwieweit bedeutet es Ihnen etwas, hier die Tore für die Obdachlosen zu öffnen?

Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbischof von Köln): Ja, "die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch", sagt der Heilige Irenäus von Lyon. Und im Evangelium lesen wir, "was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Deshalb müssen wir hier einfach die Tore öffnen in unserem Priesterseminar, damit die Menschen, die gegenwärtig unter großen Schwierigkeiten ohne Dach über dem Kopf leben müssen, die oftmals keine warme Mahlzeit am Tag haben, die Möglichkeit haben, hier etwas Warmes zu essen zu bekommen.

Vor allen Dingen sollen sie auch die Möglichkeit haben, sich reinigen zu können und zu duschen. Das war ja gerade in den vergangenen Tagen in den Zeitungen zu lesen, dass sich da Schwierigkeiten aufgetan haben. Da wollen wir einfach helfen, dass Menschen menschenwürdig leben können, ganz gleich wie bedürftig sie sind oder woher sie auch kommen.

DOMRADIO.DE: Dann ist weiter geplant, dass katholische Krankenhäuser Patienten aus Italien aufnehmen - weit sind diese Planungen?

Woelki: Das ist so weit gediehen, dass wir die Krankenhäuser haben. Es gibt die Celitinnen Süd, die zwei Plätze zur Verfügung stellen, zwei weitere Plätze werden von den Olpener Franziskanerinnen zur Verfügung gestellt und jeweils ein weiterer Platz vom Verbund Katholischer Krankenhäuser in Düsseldorf (VKKD) und unserem St. Elisabeth-Krankenhaus hier in Hohenlind. Sechs Plätze können wir zur Verfügung stellen.

Gegenwärtig sind wir in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Bundeswehr wird mit ihren Spezialmaschinen, ihren intensiv-medizinisch ausgerüsteten Maschinen diese Patienten aus Bergamo hierhin zu uns holen. Wir bekommen ungefähr einen viertel Tag vorher Bescheid, dass diese Patienten zu uns unterwegs sind und dann stehen wir bereit zur Aufnahme. Das kann heute sein, das kann morgen sein. Wir wissen es nicht genau, wie diese Organisation sich jetzt darstellen wird.

DOMRADIO.DE: Viele Menschen sind in großer Not - ökonomisch und gesundheitlich. Was können Sie den Menschen als Trost mit auf den Weg geben?

Woelki: Als Trost empfinde ich zunächst einmal, dass ich spüre, dass ganz viele Menschen da sind, die bereit sind zu helfen. Wenn jemand merkt, dass es ihm nicht gut geht, dann haben Sie den Mut und melden Sie sich bei der Telefonseelsorge. Melden Sie sich bei Ihren Gemeinden, melden Sie sich bei Ihren Seelsorgern. Versuchen Sie, ein Gespräch in Gang zu setzen, ergreifen Sie selbst Initiative. Versuchen Sie, sich an Dingen zu freuen: Zum Beispiel an Musik oder an einem Gegenstand, der Sie erfreut.

Ich glaube, dass wir hier einfach zusammenstehen müssen und uns gegenseitig mit den Möglichkeiten, die uns jetzt gegeben sind, zusprechen, dass wir uns nicht alleine lassen und dass Gott vor allen Dingen auch keinen von uns alleine lässt. Aber er ist dabei auf uns angewiesen, auf unsere Hände und auf unseren Mund – zu sprechen und zu handeln.

DOMRADIO.DE: Welche Bedeutung hat jetzt gerade das Gebet?

Woelki: Das Gebet ist natürlich immer eine wichtige Kraftquelle – auf jeden Fall. Deshalb haben wir ja Gott sei Dank auch unsere Gottesdienste, die wir jeden Tag hier über DOMRADIO.DE übertragen, am Morgen um 8 Uhr und am Abend um 18.30 Uhr – und vorher besteht abends um 18 Uhr die Möglichkeit, auch den Rosenkranz mitzubeten. Auch dazu sind natürlich alle eingeladen. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und weiß von vielen, dass ihnen das Kraft und Trost in dieser Situation schenkt.

DOMRADIO.DE: Wie blicken Sie auf das Osterfest, das in dieser Krise unter besonderen Vorzeichen steht?

Woelki: Das wird natürlich für uns alle eine große Herausforderung sein – auch für mich. Ich werde, wie ich das in den vergangenen Wochen auch getan habe, an den Sonntagen und an den Hochfesten natürlich immer den Gottesdienst feiern, auch für die gesamte Diözese. Alle sind, wie gesagt, eingeladen, über die Medien dann mitzufeiern.

Aber zu feiern, ohne Menschen im Gotteshaus zu haben, ist schon eine gewisse Herausforderung – auch für mich. Dann diese schöne und festliche und sinnenfällige Liturgie quasi in einem leeren Dom feiern zu müssen, kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Ich bin mir aber ganz sicher, dass alle, die daran jetzt beteiligt sind und die das schon vorbereiten, das Beste tun werden, damit diejenigen, die das über das Internet und im Fernsehen verfolgen werden, in einer geistlichen Weise dieses höchste Fest der Christenheit mit begehen können.

Das Interview führte Johannes Schröer.

(DR)

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