Der Griff ins Weihwasserbecken ist derzeit nicht erlaubt
Der Griff ins Weihwasserbecken ist derzeit nicht erlaubt

07.07.2020

Statt Corona-Frust vom Erfindungsgeist beflügelt Weihwasser to go

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben die Weihwasserbecken leer - eine Schutzmaßnahme. Doch einem Bonner Katholiken war das zu "trocken". Ihm fehlt das Weihwasser. Deshalb hat er sich etwas einfallen lassen.

DOMRADIO.DE: Wenn Sie in Ihre Kirche, in Ihre Heimatpfarrei, die Stiftskirche Sankt Peter in Vilich, gehen, und das Weihwasserbecken ist leer, was genau fehlt Ihnen dann?

Peter Heuser: Der automatische Griff zum Weihwasserbecken, wenn man in die Kirche hineingeht, um sich zu segnen, das fehlt. Das ist eine alte Gewohnheit von Kind an.

DOMRADIO.DE: Sie waren dann mit ihren Jägerkollegen ein Bier trinken und philosophierten über das fehlende Weihwasser. Haben Sie da überlegt, ob man einen Spender installiert, wie man das für die Desinfektion der Hände macht?

Heuser: Meine Jagdkollegen beklagten sich, dass es kein Weihwasser mehr in den Kirchen gibt und sie auch kein Weihwasser zu Hause hätten. Wir haben dann überlegt, und ich habe gesagt, da muss ich doch Abhilfe schaffen. Mir sind dann verschiedene Dinge durch den Kopf gegangen. Im Büro habe ich zu meiner Sekretärin gesagt, sie soll nach Unternehmen recherchieren, die Feuchttücher herstellen.

Sie hat dann ein junges Unternehmen in Köln ausfindig gemacht, das uns ein Angebot über die Herstellung von 10.000 solcher Weihwassertücher gemacht hat. Ich habe dann unseren Pater gefragt, ob er für uns 80 Liter Weihwasser segnet, was er auch gemacht hat. Das Weihwasser haben wir dann nach Köln gefahren, wo die Weihwassertütchen hergestellt wurden. Am Ende waren es 18.000.

DOMRADIO.DE: Das Ergebnis sind also eine Art Erfrischungstücher, so kleine Einzelportionen. Was steht denn auf den Tütchen drauf?

Heuser: Es steht nur "Weihwasser-Erfrischungstuch" darauf - sonst nichts.

DOMRADIO.DE: Diese Tütchen liegen bei Ihnen in der Kirche aus?

Heuser: Ja, hier in der Kirche. Wobei der Pastor schon sämtliche Gemeinden damit versorgt hat, und die Patres von Sankt Augustin haben auch schon ein Kistchen geholt. Die Nachfrage ist groß. Ich habe jetzt keine mehr und habe weitere 5.000 in Auftrag gegeben.

DOMRADIO.DE: Das Unternehmen in Köln hat noch ein Tröpfchen Duftstoff dazugetan.

Heuser: Darüber haben sich schon Leute beschwert, weil sie sagen: Weihwasser riecht nicht.

DOMRADIO.DE: Sie haben diese Tütchen aus eigener Tasche finanziert, weil Sie es wichtig finden, dass es trotz Corona weiter Weihwasser gibt. Die Dinger gehen weg wie warme Semmeln. Machen Sie bald einen Online-Handel auf?

Heuser: Nein, auf keinen Fall, dafür habe ich keine Zeit. Das ist für mich eine Ehre, wenn ich so etwas machen kann. Die älteren Menschen freuen sich darüber, dass sie wieder Weihwasser haben.

DOMRADIO.DE: Haben Sie bei Ihrer Weihwasser-to go-Herstellung versucht, darauf zu achten, dass dadurch nicht noch mehr Müll entsteht?

Heuser: Da ist mir noch nicht die richtige Lösung eingefallen. Das ist das Traurige daran, das wir dafür Kunssttoff verwenden müssen. Das einzig Gute daran: Der Pfarrer hat bislang noch kein leeres Tütchen herumliegen sehen. Anscheinend nehmen die Menschen die Tütchen mit und entsorgen sie vernünftig.

DOMRADIO.DE: Sie erfinden Weihwasser to go. Aus welcher Überzeugung heraus tun Sie das?

Heuser: Aus dem christlichen Glauben heraus! Das ist für mich ein Bestandteil meines Lebens. So bin ich erzogen worden. Das ist für mich undenkbar, ohne Weihwasser zu leben.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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