Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin
Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin

08.06.2020

Nach der Corona-Infektion eines Priesters in Vorpommern Kein Grund zur Panik?

In Vorpommern ist ein katholischer Priester positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehrere hundert Menschen sind deshalb in Quarantäne – auch Pfarrer Frank Hoffmann. Wie man nun mit der Situation umgehen will, erklärt er im Interview.

DOMRADIO.DE: Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass ein katholischer Priester in Vorpommern positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Vorher hatte er noch zu Pfingsten mehrere Gottesdienste gefeiert. Viele geplante Gottesdienste in der Region wurden jetzt abgesagt. Und ungefähr 350 Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Auch Sie sind in Quarantäne. Was war los an Pfingsten?

Frank Hoffmann (Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Otto Usedom-Anklam-Greifswald und Propst in Vorpommern): Ich war am Pfingstmontag nachmittags bei einem Verabschiedungsgottesdienst des Pfarrers der Pfarrei Sankt Bernhard. Der Gottesdienst war in einer großen evangelischen Kirche, mit allen möglichen und notwendigen Vorsorgen. Das Problem war, dass dieser Pfarrer sich inzwischen auch infiziert hatte, das war aber noch nicht klar. Und die rund 250 Leute, die bei diesem Gottesdienst waren, wurden dann auch in Quarantäne geschickt. 

DOMRADIO.DE: Haben sich denn die Beteiligten alle an die Regeln gehalten - Desinfektion, Mundschutz, etc.? 

Hoffmann: Der Gottesdienst war extra in eine große Kirche verlegt worden. Man kam nur mit Voranmeldung hinein. Es lagen Listen am Eingang aus. Es waren Ordner da. Es wurde nicht gesungen. Es war also alles mustergültig. 

DOMRADIO.DE: Das heißt also, wenn man Glück hat, dann wird sich dadurch kein weiterer angesteckt haben? 

Hoffmann: Ja, es ging jetzt vor allem darum vorzubeugen. Deswegen sind alle in Quarantäne geschickt worden. Der Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen hat in einem Interview im Norddeutschen Rundfunk gesagt, dass der Eindruck vorherrscht, dass das Virus sehr aggressiv ist, weil auch Leute positiv getestet wurden, die am Pfingstsonntag und Samstag in Gottesdiensten waren und gar nicht mit dem Priester direkt in Kontakt gekommen sind. Ich nehme an, dass deshalb auch die Vorsichtsmaßnahmen so stark waren. 

DOMRADIO.DE: Wie sieht es denn mit der Kommunion-Austeilung aus? Kann das der Punkt gewesen sein? Wenn Sie sagen, ansonsten wurden Abstandsregeln und all diese Dinge eingehalten? 

Hoffmann: Der Gottesdienst am Pfingstmontag war ein ökumenischer Gottesdienst. Da gab es gar keine Kommunionausteilung. 

DOMRADIO.DE: Wie geht es denn dem Priester, der sich angesteckt hat? 

Hoffmann: Es sind inzwischen zwei Priester. Von dem polnischen Mitbruder weiß ich es nicht so genau. Von dem anderen weiß ich, dass es ihm bisher gut geht.

DOMRADIO.DE: Viele Gottesdienste sind jetzt abgesagt worden. Damit rückt die Rückkehr zur Normalität wieder in die Ferne. Wie gehen die Gemeindemitglieder jetzt damit um? 

Hoffmann: Was ich wahrnehme, ist eine große Sorge um die, die jetzt in Quarantäne sind, und ein Verständnis dafür, dass man vorsichtig macht. Das nehme ich hier in Vorpommern sowieso war, dass es eigentlich keine Leute gibt, die klagen, sondern das Beste daraus machen. Die also die Möglichkeiten über Internet, Radio oder Fernsehen nutzen, um Gottesdienste zu feiern.

DOMRADIO.DE: Wird es denn jetzt zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen geben zum Feiern weiterer Gottesdienste? 

Hoffmann: Jetzt sind die Leute ja erstmal bis zum 15. Juni in Quarantäne. Wir werden - was ich für meine Pfarrei sagen kann - schauen, dass wir am nächsten Sonntag zumindest ein paar Gottesdienste feiern. Denn es gibt noch einen Priester, der nicht in Quarantäne ist. Aber mehr Vorsichtsmassnahmen, als wir jetzt schon machen, kann man, glaube ich, nicht machen. Wenn man im Gegensatz dazu auf die Demonstrationen guckt, die gerade bundesweit laufen, wie leichtfertig damit umgegangen wird, sind wir glaube ich wirklich vorsichtig.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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