Logo des Bischöflichen Hilfswerks Misereor in einem Schaufenster
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01.04.2020

Misereor stellt Soforthilfe für Entwicklungsländer bereit "Medizinische Basisversorgung aufrechterhalten"

Das Hilfswerk Misereor stellt in der weltweiten Corona-Krise Gelder bereit und richtet drei weltweite Soforthilfe-Fonds ein. Insgesamt 3,6 Millionen Euro stehen für Gesundheitsprojekte in Afrika, Lateinamerika und Asien zur Verfügung.

Das teilte Misereor am Mittwoch in Aachen mit. Mit dem Geld, das aus Spenden sowie Mitteln des Bundesentwicklungsministerium stammt, sollen Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und andere Materialien für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie Maßnahmen zur Qualifizierung, Beratung und Prävention finanziert werden.

Katastrophenpläne seit Ebola

Partner im Gesundheitsbereich sollten möglichst schnell gestärkt werden, erklärte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Dies sei bei der Ebola-Epidemie 2014-2016 deutlich geworden. "Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, die medizinische Basisversorgung auch während der Krise aufrechtzuerhalten und gleichzeitig der Ausbreitung des Virus möglichst wirkungsvoll entgegenwirken zu können", betonte er.

Das Missionsärztliche Institut bewerte die weltweite Lage als sehr ernst, erklärte Misereor. In vielen armen Ländern treffe das Coronavirus auf extrem schwache Gesundheitsdienste. "Hier mangelt es nicht nur am Infektionsschutzmaterial, das auch bei uns knapp und überteuert ist. Die Einhaltung der Hygiene ist schwierig, weil bereits sauberes Wasser und Seife knapp oder nicht vorhanden sind, von der Beseitigung infektiösen Mülls ganz zu schweigen", zitiert Misereor seinen Kooperationspartner.

Seit Ebola hätten viele Länder Katastrophenpläne. Die Afrikanische Union habe eine länderübergreifende Gesundheitsbehörde aufgebaut. "Wir müssen aber auch sagen, dass wir nicht wissen, wie die Epidemie in armen Ländern ablaufen wird", erklärte Klemens Ochel vom Missionsärztlichen Institut.

Ökonomische Folgen der Krise

Misereor-Geschäftsführer Spiegel unterstrich auch die ökonomischen Folgen der Krise. "Wir werden uns auf eine zweite Welle der Not einstellen müssen. Denn es ist zu befürchten, dass viele Menschen nicht nur an Corona, sondern viele auch wegen Corona sterben werden."

Tagelöhner, deren Arbeit nicht mehr gebraucht werde, Kleinbauern, deren Produkte nicht mehr den Weg zum Markt fänden, oder die schlecht bezahlten Näherinnen in den Betrieben, die nun ganz geschlossen seien, seien ebenso betroffen.

(epd)

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