Musik vom Balkon aus während der Corona-Krise, hier in Spanien
Musik vom Balkon aus während der Corona-Krise, hier in Spanien

22.03.2020

Musiker in ganz Deutschland setzen Zeichen "Ode an die Freude" vom Balkon aus

"Götterfunken am Fenster": Musiker aus der ganzen Welt wollen an diesem Sonntagabend dem Virus trotzen. In der ganzen Republik soll die "Ode an die Freude" aus Beethovens neunter Sinfonie erklingen. Jeder kann mitmachen, ob singend oder musizierend.

DOMRADIO.DE: Gemeinsam Musik machen, das ist ihr Job. Üblicherweise sitzen Sie mitten im Orchester, und heute Abend um 18 Uhr werden Sie wahrscheinlich alleine auf dem Balkon sitzen und spielen. Für wen spielen Sie heute Abend?

Florian Hoheisel (Cellist bei den Essener Philharmonikern): Ja, ich spiele heute Abend für meinen gesamten Hinterhof in Mülheim, wo ich wohne. Ich hoffe, dass sehr viele Nachbarn und Freunde und auch einige meiner Familie mitmachen werden, indem sie einfach singen oder spielen. Wir werden alle zusammen Beethovens Ode an die Freude musizieren.

DOMRADIO.DE: Musiziert wird aber nicht nur bei Ihnen. Wie kann Musik am Fenster, auf dem Balkon, aber auch Hausmusik in den eigenen vier Wänden uns in dieser aktuellen Situation helfen, wenn das heute ganz viele in Deutschland machen?

Hoheisel: Wir möchten damit eigentlich ein ganz großes Zeichen der Solidarität und der Hoffnung senden. Denn die "Ode an die Freude" ist ja eigentlich nicht nur eine Ode an die Freude, sondern auch eine Ode an die Hoffnung, dass wir uns alle als Menschen mal kurz zusammentun und mit Musik, Freude und Hoffnung verbinden.

Das ist einfach eine schöne Sache, wenn man weiß, dass viele, viele andere Menschen genau das Gleiche tun, was ich jetzt auch gerade tue.

DOMRADIO.DE: Sie haben schon gemeinsam am Fenster mit den Nachbarn gesungen in dieser Woche. Wie war das?

Hoheisel: Das war sehr schön. Es war zwar noch etwas zögerlich, aber es hat einfach sehr viel Spaß gemacht und wir haben sehr viel gelacht.

DOMRADIO.DE: Was haben Sie gesungen?

Hoheisel: Wir haben zusammen "Der Mond ist aufgegangen" gesungen.

DOMRADIO.DE: Jetzt sitzen Sie zuhause, wie viele Ihrer Kollegen, und wissen gar nicht, wann es weitergeht. Ist denn noch Motivation da, zu Hause Cello zu üben?

Hoheisel: Im Grunde natürlich, denn ich bin ja nicht nur Orchestermusiker, sondern ich bin ja auch in erster Linie Musiker oder Cellist. Und es gibt noch so viel unentdecktes Repertoire, was ich mir gerne neu angucke und neu erarbeite.

DOMRADIO.DE: Aber ansonsten machen Sie es wie viele andere. Sie haben auch Ihre Kinder zu Hause.

Hoheisel: Ich habe meine Kinder zu Hause und wir haben sehr viel Spaß miteinander. Denn wir haben eine große Sammlung, die wir jetzt nach und nach sukzessive abarbeiten werden und jeden Tag ein anderes Spiel spielen wollen.

DOMRADIO.DE: Guter Vorsatz. Für viele Musiker, vor allem für die Freiberufler, ist aber jetzt auch diese Zeit vor und nach Ostern immer noch eine besonders wichtige Zeit. Das betrifft ja auch viele Kirchenmusiker. Warum ist die Situation der freischaffenden Kollegen jetzt besonders schlimm?

Hoheisel: Das ist für diese Kollegen absolut dramatisch, weil die Oster- wie auch die Weihnachtszeit die Zeit gewesen wäre, in der sie ihre Konten voll machen. Durch viele Konzerte und Auftritte schaffen sie sich ihr finanzielles Polster. Das ist ihnen allen jetzt komplett weggebrochen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen stehen tatsächlich jetzt vor dem absoluten Nichts, weil einfach nichts stattfindet und sie eben auch kein Geld verdienen. Ganz schnöde und profan. Da gibt es hoffentlich bald Hilfe von der Landes- und der Bundesregierung. Jeder ist aufgerufen und herzlich dazu eingeladen, auch zu spenden. 

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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