Osnabrücker Priester an Coronavirus gestorben
Licht-Zeichen in der Coronakrise

19.03.2020

Aktion "Kerze im Fenster" zieht weltweite Kreise Ein Zeichen für Gott

Es fing mit einer simplen Idee an: Als sichtbares Zeichen in der Corona-Krise stellt Propst Wichmann abends eine brennende Kerze ins Fenster und ermuntert zum Mitmachen. Innerhalb kürzester Zeit bekam er Zuspruch aus aller Welt.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie denn auf die Idee mit der Kerze im Fenster gekommen?

Propst Christoph Wichmann (St. Pankratius Oberhausen-Osterfeld): Die ist eigentlich recht spontan in unserem Pastoralteam entstanden. Wir haben uns so einige Aktionen durchgelesen, die gerade im Netz unterwegs sind, und dann haben wir aus verschiedenen Aktionen etwas herausgepickt und unsere eigene gebastelt und sind jetzt selber überrascht, dass die so ankommt und so große Kreise zieht.

DOMRADIO.DE: Warum das Licht?

Wichmann: Das Licht verstehen wir als Symbol auch und gerade für unseren Gott, als Zeichen des Lebens und als Zeichen der Freude und der Helligkeit in allen Dunkelheiten des Lebens hinein. Wir dachten, gerade in dieser dunklen Zeit, wo viele Angst und Sorge haben, ist das Licht besonders mutmachend und kraftschenkend. Und deswegen haben wir das Licht gewählt, und man kann es auch sehr schön von außen an den Fenstern sehen.

DOMRADIO.DE: Was haben Sie gedacht, als Sie gemerkt haben, dass auch Menschen außerhalb Ihrer Gemeinde mitmachen?

Wichmann: Ich war völlig überrascht. Ich habe am Dienstagmorgen als erstes um 8:15 einen Anruf von der Deutschen Presseagentur bekommen und wusste gar nicht, wie mir geschieht. Und dann hat das auf einmal wie ein Domino-Effekt losgelegt. Und es haben sich alle großen Medien gemeldet, und jetzt ist es bundesweit bekannt. Und ich bekomme Nachrichten aus Berlin, aus Südafrika, aus verschiedensten Bundesländern, und alle beteiligen sich und schicken mir ihre Kerzen.

DOMRADIO.DE: Momentan gibt es ja viele Solidaritätsaktionen. Dienstagabend um 21 Uhr sollten alle ans offene Fenster oder an den Balkon und für alle Menschen applaudieren, die momentan für die Gesellschaft arbeiten, damit hier noch alles funktioniert. Da hat man das Gefühl, die Krise bringt vielleicht auch manche wieder enger zusammen.

Wichmann: Ja, ich glaube, es sind gerade diese einfachen Zeichen. Deswegen war ich ja etwas überrascht. Es ist ja recht simpel, was wir tun. Also eine Kerze anzünden und ein Vaterunser beten. Aber ich glaube, gerade diese Form der Solidarität braucht es gerade. Und es ist nicht nur ein christliches Anliegen, sondern ein gesamtgesellschaftliches.

Ich habe so viele Nachrichten bekommen von Menschen, die entweder nicht mehr christlich praktizierend sind, aber trotzdem sich an dieser Aktion beteiligen oder sogar gar nicht in der Kirche sind oder gar nicht getauft sind oder sogar muslimisch sind und die trotzdem dieses Zeichen setzen. Das zeigt die große Sehnsucht, die in diesem Bereich besteht, gerade jetzt, in dieser schwierigen und herausfordernden Zeit.

Das Interview führte Michelle Olion.

(DR)

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