Befristet Beschäftigte helfen bei Sprachkursen
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12.11.2015

Kirchen stellen Beschäftigte zunehmend befristet ein Umfrage zeigt Trend auf

Die christlichen Kirchen und die Wohlfahrtseinrichtungen von Diakonie und Caritas stellen Beschäftigte zunehmend mit Zeitverträgen an. Die Ergebnisse wurden nach einer Umfrage der Fachzeitschrift "Arbeitsrecht und Kirche" veröffentlicht.

Demnach hat jeder vierte Arbeitnehmer unter 34 Jahren bei der Kirche ein begrenztes Arbeitsverhältnis. Insgesamt äußerten sich die 3.000 Befragten unter den bundesweit 1,2 Millionen Kirchenangestellten aber zufrieden über ihren Arbeitgeber. Fast zwei Drittel finden die Arbeitsbedingungen bei Kirche, Caritas und Diakonie gut oder wenigstens erträglich, wie die aktuelle Umfrage, die auf einer Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht in Kassel vorgestellt wurde, feststellte.

Befristung häufig ohne sachlichen Grund

Der Bremer Fachanwalt für Arbeitsrecht, Bernhard Baumann-Czichon, bezeichnete es als skandalös, dass 57 Prozent der Zeitverträge ohne sachlichen Grund befristet sind, etwa wegen einer Elternzeitvertretung. "Hier wird ein arbeitsmarktpolitisches Instrument missbraucht, dessen Unwirksamkeit längst belegt ist", kritisierte der Anwalt. Die Befristung von Arbeitsverhältnissen ohne einen sachlich rechtfertigen Grund ist nach seiner Auffassung mit kirchlichem Ethos nicht vereinbar.

Wie die Umfrage weiter ergab, wollen zwei Drittel der kirchlichen Angestellten wollen bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten. Jedoch werden 35 Prozent von ihnen im Ruhestand mit monatlich 1.200 Euro oder weniger nur eine schmale Rente beziehen, hieß es. Trotz ihrer Berufstätigkeit bis 67 werden rund 42 Prozent der Frauen weniger als 1.200 Euro monatlich im Ruhestand zur Verfügung haben. Der Anteil der altersarmen Männer liegt bei 22 Prozent. Die Jüngeren sind die Rentenverlierer: In der Altersgruppe bis 44 Jahre rechnet jeder zweite mit einer gesetzlichen Rente von weniger als 1.200 Euro.

Große Mehrheit der Befragten unbefristet angestellt

Mit 90 Prozent hat die große Mehrheit der Beschäftigten der Kirchen und ihrer Sozialträger ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Neun Prozent sind zeitlich befristet angestellt. Bei den unter 34-Jährigen liegt die Quote bei 26 Prozent.

An der Umfrage haben sich vor allem Mitarbeiter der evangelischen Kirche (zwölf Prozent) und ihrer Diakonie (71 Prozent) beteiligt. Zehn Prozent der Befragten arbeiten bei der Caritas, drei Prozent bei der verfassten katholischen Kirche. Die Befragung fand von August bis November dieses Jahres statt. Die beiden christlichen Kirchen sind mit rund 1,2 Millionen Angestellten nach dem Staat der größte Arbeitgeber in Deutschland.

(epd)

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