Propsteikirche in Leipzig
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Pfarrer Gregor Giele: Propst der Trinitatiskirche und Dekan von Leipzig
Pfarrer Gregor Giele: Propst der Trinitatiskirche und Dekan von Leipzig
Propsteikirche Leipzig
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Leipziger Propsteikirche
Leipziger Propsteikirche

20.04.2020

Sachsen feiert wieder Gottesdienste Messe nur mit Einlasskontrolle

Sachsen erlaubt als erstes Bundesland in der Corona-Krise wieder Gottesdienste. Zugelassen sind maximal 15 Gläubige. Wie sieht das dann in der Realität aus? Der Leipziger Propst Gregor Giele über einen auch für ihn besonderen Tag.

DOMRADIO.DE: Haben Sie denn gleich von Ihrem wieder zurück gewonnenen Recht Gebrauch gemacht und einen Gottesdienst mit Gottesdienstbesuchern gefeiert?

Propst Gregor Giele (Propstei Sankt Trinitatis in Leipzig): Ja, als klar war, dass wir wieder Gottesdienste feiern können, haben wir sofort mit der Vorbereitung angefangen. Und an diesem Montag früh um 9 Uhr fand wieder der erste Gottesdienst mit 15 Gottesdienstbesuchern statt.

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie die 15 Gläubigen ausgewählt, die mitfeiern durften?

Giele: Für die Werktagsgottesdienste können sich die Interessierten selber melden und über unsere Homepage für die Gottesdienste eintragen. Wir haben dabei eine Regel, dass man nur einen Gottesdienst in dieser Woche besuchen kann und wirklich nicht mehr als 15 Menschen pro Gottesdienst anwesend sein dürfen. Das kann man auf der Homepage technisch einstellen. Und die Leute tragen sich ein und der "Run" beginnt. Wir haben es seit anderthalb Tagen online stehen und 170 Leute haben sich schon für diese Woche eingetragen.

DOMRADIO.DE: Und dann stehen am Eingang Menschen, die drauf achten, dass auch wirklich der kommt, der sich angemeldet hat?

Giele: Es steht dort jemand mit der Liste und hakt ab. Es ist ungewöhnlich, aber in diesen Zeiten leider nicht anders möglich. Nicht zuletzt müssen wir ja auch im schlimmsten Fall nachweisen können, wer an dem Gottesdienst teilgenommen hat, falls irgendwas passiert.

DOMRADIO.DE: Sie wollen natürlich nicht, dass sich jemand infiziert. Wie achten Sie darauf, dass das nicht passiert?

Giele: Wir haben in unserem großen Kirchenraum eigentlich Platz für 550 Personen. Da sind 15 Plätze reserviert und im ganzen Raum sichtbar markiert. Wir fordern die Gottesdienstbesucher auf, auch wirklich dort Platz zu nehmen. Dann ist zwischen jedem Platz vier und manchmal fünf Meter Abstand. Und wir bitten auch beim Kommuniongang immer diese Abstände einzuhalten und zwei, drei Meter mindestens zum anderen Platz zu lassen.

DOMRADIO.DE: Wünschen Sie sich, dass die Leute mit Maske in die Kirche kommen?

Giele: Wir stellen das frei, weil es in der Kirche keine Maskenpflicht gibt. Aber in unserer Handreichung, die jeder auf seinem Platz vorfindet, wenn er zum Gottesdienst kommt, steht auch, dass wir zu einem Mund- und Nasenschutz raten und dass dieser auch ohne Probleme während des Gottesdienstes getragen werden kann.

DOMRADIO.DE: Das gilt aber sicher nicht für Sie als Priester. Mit Maske zelebriert sich es dann doch schlecht, wenn man sprechen muss, oder?

Giele: Das habe ich noch nicht versucht. Ich bin auch froh, dass ich es momentan noch nicht versuchen muss. Aber natürlich schützen wir auch die Gemeindemitglieder. Die Schale mit den Hostien für die Gottesdienstteilnehmer ist den ganzen Gottesdienst über abgedeckt. Auch beim Hochgebet und bei den Wandlungsworten. Nur die Priester-Hostie ist frei. Und für die Austeilung zur Kommunion ziehen wir uns Handschuhe an.

DOMRADIO.DE: Jeder bekommt wie gewohnt die Kommunion ausgeteilt?

Giele: Fast wie gewohnt, denn auf den direkten Spende-Dialog "Der Leib Christi" und "Amen" in der Begegnung miteinander wird verzichtet. Ich spreche das am Altar einmal für alle und Alle antworten mit "Armen". Bei der Kommunionausteilung herrscht dann Schweigen. Und die Gemeindemitglieder sind gebeten worden, die Hand weit auszustrecken, sodass man auch eine Distanz über dann zwei ausgestreckte Arme schaffen kann.

DOMRADIO.DE: Wer kommt zum Gottesdienst? Sind das die üblichen Gemeindemitglieder?

Giele: Es stehen auch völlig Unbekannte in den Listen drin. Wir merken aber auch, dass es eine große Sehnsucht bei vielen gibt, die sagen: "Endlich wieder ein Gottesdienst!" Am Wochenende werden wir nicht sehr vielen diese Möglichkeit eröffnen können, wenn nur 15 pro Gottesdienst möglich sind. Von daher weichen auch viele, die sonst sonntags gegangen sind, jetzt auf die Wochentage aus. Aber das Größte, was wir spüren, ist, "endlich", auch wenn es nur 15 sind und schön, dass es wieder möglich ist.

DOMRADIO.DE: Ist das ein "endlich", das in ihrem ganzen Bistum Dresden-Meißen einheitlich gilt oder entscheidet das dann jeder Dechant oder Priester selbst?

Giele: Der Bischof hat es jedem Pfarrer an die Hand gegeben, das selbst zu entscheiden, weil man auch wirklich klug agieren muss. Wir haben nun eine sehr große Kirche, in der 15 Personen wirklich weit verstreut sitzen können. Manche Pfarreien, gerade auf dem Land, haben eher kleinere Kirchen, in denen 15 Personen schon relativ dicht beieinandersitzen würden. Manche Pfarrer haben große Sorge, dass die Auswahl eine Ungerechtigkeit hervorruft und für schlechte Stimmung sorgt.

Und wir haben einen Hotspot, was die Corona-Erkrankung betrifft. Da hat man sich aus diesem Grund auch entschlossen, erst einmal noch auf diese Möglichkeit zu verzichten und weiter zu schauen, wie die Infektionszahlen sich an diesem Hotspot entwickeln.

DOMRADIO.DE: Gilt die Obergrenze von 15 Personen auch bei Trauungen, Taufen und Beerdigungen?

Giele: Da gilt auch die Obergrenze von 15 Personen. Bei Beerdigungen war das in Sachsen schon länger der Fall. Jetzt sind auch Trauungen wieder möglich. Bei Taufen muss man noch schauen, die sind in dieser allgemeinen Verordnung noch nicht mit benannt, ob die allgemein unter Gottesdienste laufen oder aufgrund der doch vielen auch direkten Kontakte, die man bei der Taufe hat, noch ausgesetzt bleiben sollen. Bisher haben wir allen Taufinteressenten gesagt, dass wir noch etwas warten. Die erste Trauung werde ich am 2. Mai haben.

DOMRADIO.DE: Finden Sie es sinnvoll, Gottesdienst mit 15 Personen zu feiern oder fänden Sie es besser, wenn das weiter geöffnet wird und noch mehr Menschen mitmachen können?

Giele: Das ist schwierig zu beantworten. Ich bin erst mal glücklich, da wir jetzt bisher immer Livestreams übertragen hatten, dass ich nicht mehr in eine Kameralinse gucken muss, sondern in die Gesichter von Menschen schauen kann. Wenn ich diesen Gottesdienst mit 15 Personen mit dem Normalfall vergleiche, ja, dann ist das natürlich sehr wenig und eher betrüblich.

Wenn ich bedenke, dass das nach fünf Wochen Gottesdienst-Pause die erste Möglichkeit ist, wieder heilige Messe zu feiern, bin ich total glücklich. Wir müssen behutsam sein. Die Pandemie läuft noch und Gottesdienst-Feier heißt ja, mehrere Menschen sind für längere Zeit in einem Raum relativ dicht beieinander. Und das ist natürlich ein Setting, was immer ein Risikopotenzial in sich trägt. Das sollten wir so gering wie möglich halten. Ja, ich bin mit 15 Personen in Gottesdiensten sehr einverstanden.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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