Die Widerstandskämpfer der "Weißen Rose" kämpften gegen das NS-Regime
Die Widerstandskämpfer der "Weißen Rose" kämpften gegen das NS-Regime
Willi Graf
Willi Graf
Bischof Stephan Ackermann
Bischof Stephan Ackermann

02.01.2018

Bischof Ackermann würdigt Weiße-Rose-Widerständler Willi Graf "Mut zu haben, dagegen aufzustehen"

Mit 25 Jahren wurde er hingerichtet. Weil er sich gegen die NS-Diktatur, gegen Hitler und für seinen Glauben einsetzte. Willi Graf ist ein beeindruckendes Beispiel an Mut und Entschlossenheit, findet Bischof Ackermann.

Der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann hat das Engagement des Weiße-Rose-Mitglieds Willi Graf gegen die NS-Diktatur gewürdigt. "Was mich an Willi Graf und seinen Mitstreitern besonders beeindruckt, ist die Hellsichtigkeit und Entschiedenheit, mit der diese jungen Leute die Verlogenheit der Nazi-Machthaber entlarvt und sich dagegengestellt haben", sagte Ackermann am Dienstagabend bei einem Gedenkgottesdienst zum 100. Geburtstag Grafs in der Saarbrücker Basilika Sankt Johann.

"Was andere, ältere, studierte und durchaus informierte Mitbürger und Verantwortungsträger nicht geschafft haben, das haben sie geschafft: Die verlogene Grausamkeit der Nazidiktatur aufzudecken, sie als das zu benennen, was sie war, und dagegen aufzustehen."

Grafs Glaube war der Anker

Der Bischof wies auf die religiöse Verankerung Grafs hin. "Wesentliche Grundlage, ja Fundament für seine Erkenntnis der verbrecherischen, menschenverachtenden Untaten des Naziregimes war sein christlicher Glaube." Auch heute gebe es Diktaturen und Despoten, die sich "den Mantel angeblicher Werte" umhängten. "Deshalb ist dieses Beispiel, dieses Zeugnis inspirierend und wichtig auch für heute: Glaube, Verstand und Mut sind die Kräfte, die davor bewahren, falschen Heilsversprechen auf den Leim zu gehen."

Ackermann begrüßte die Ankündigung des Erzbistums München und Freising, eine Voruntersuchung für eine mögliche Seligsprechung Grafs einzuleiten. Dies sei eine Weise der Kirche, vorbildhafte Menschen mit ihrem Lebenszeugnis in besonderer Weise auf "den Leuchter zu stellen", aber auch ein Bekenntnis der bleibenden Verbundenheit in der Gemeinschaft des Glaubens.

Besuch am Grab des Weiße-Rose-Mitglieds

Der Bischof besuchte auch das Ehrengrab Grafs auf dem Saarbrücker Friedhof Sankt Johann. Graf wurde am 2. Januar 1918 im rheinischen Kuchenheim geboren, wuchs in Saarbrücken auf und war Messdiener in der Basilika Sankt Johann. Ab 1937 studierte er in Bonn Medizin, wurde 1940 als Sanitäter zur Wehrmacht eingezogen und 1942 zur Fortsetzung des Medizinstudiums nach München geschickt. Hier schloss Graf sich der studentischen Gruppe der Weißen Rose an, die in Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime aufforderte. Am 18. Februar 1943 wurde er festgenommen, am 19. April zum Tode verurteilt und am 12. Oktober im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

(KNA)

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