Münchner Erzbistum prüft Seligsprechung für Willi Graf

Voruntersuchung eröffnet

Er verteilte in den 1940ern als Mitglied der studentischen Gruppe "Weißen Rose" Flugblättern und forderte zum Widerstand gegen Hitler auf. Für seinen Einsatz wurde Willi Graf damals zum Tode verurteilt. Könnte es zur Seligsprechung kommen?

Willi Graf / © N.N. (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Das Erzbistum München und Freising will prüfen, ob für Willi Graf (1918-1943), Mitglied der Weißen Rose, die Möglichkeit einer Seligsprechung besteht. Dazu wird eine Voruntersuchung eröffnet, in der sich Theologen und Historiker mit dem Leben und den Schriften Grafs befassen, wie die Pressestelle der Erzdiözese am Mittwoch in München ankündigte. Der Widerstandskämpfer wäre am 2. Januar 100 Jahre geworden. Am Ende der Voruntersuchung stehe gegebenenfalls die Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses.

Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler

Graf wurde am 2. Januar 1918 im rheinischen Kuchenheim geboren und engagierte sich früh im katholischen Schülerbund Neudeutschland und in der Liturgischen Bewegung. Ab 1937 studierte er in Bonn Medizin, wurde 1940 als Sanitäter zur Wehrmacht eingezogen und 1942 zur Fortsetzung des Medizinstudiums nach München geschickt. Hier schloss Graf sich der studentischen Gruppe der Weißen Rose an, die in Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime aufforderte. Am 18. Februar 1943 wurde er festgenommen, am 19. April zum Tode verurteilt und am 12. Oktober im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Für die Voruntersuchung wird laut Mitteilung ein Postulator ernannt. Dieser befasst sich mit Grafs Leben und seinem Ruf unter den Gläubigen. Theologische Gutachter prüften außerdem die Schriften von Graf, Gutachter aus den Archiv- und Geschichtswissenschaften machten unveröffentlichte Schriften und Schriften aus seinem Umfeld ausfindig. Nach Abschluss der Voruntersuchung könne dann ein Seligsprechungsverfahren eröffnet werden.

Quelle:
KNA